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Reductil gegen Übergewicht und Fettleibigkeit

Der in Reductil enthaltene Wirkstoff Sibutramin dient als Appetitzügler. Somit tritt ein Sättigungsgefühl früher ein.

 Reductil
(10mg Tabletten)
 Hersteller: Abbott
 Wirkstoff: Sibutramin
EUR CHF
28 Tabletten 108.- 158.-
56 Tabletten 198.- 298.-
84 Tabletten 278.- 418.-
Verpackung und Versandkosten sind im Preis inbegriffen.
 Reductil
(15mg Tabletten)
 Hersteller: Abbott
 Wirkstoff: Sibutramin
EUR CHF
28 Tabletten 118.- 178.-
56 Tabletten 218.- 328.-
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Patienteninformation 
www.reductil.ch

Fachinformation Reductil

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Zusammensetzung

Wirkstoff: Sibutraminhydrochlorid-Monohydrat.

1 Kapsel Reductil 10 enthaelt:

Sibutraminhydrochlorid-Monohydrat 10 mg (entsprechend 8,37 mg Sibutramin).

Hilfsstoffe: Color.: Chinolingelb (E 104), Indigotin (E 132), Excip. pro caps.

1 Kapsel Reductil 15 enthaelt:

Sibutraminhydrochlorid-Monohydrat 15 mg (entsprechend 12,55 mg Sibutramin).

Hilfsstoffe: Color.: Indigotin (E 132), Excip. pro caps.

Eigenschaften/Wirkungen

Reductil enthaelt den Wirkstoff Sibutramin, der seine Wirkung in vivo ueber die sekundaeren und primaeren Aminmetaboliten entfaltet. Die appetithemmende Wirkung des Sibutramins bzw. der Metaboliten beruht auf einer Wiederaufnahmehemmung von Serotonin (5-HT) und Noradrenalin. Sibutramin wirkt nicht ueber eine Freisetzung der Neurotransmitter vom Monoamintyp.

Fuer Sibutramin konnte am Tier gezeigt werden, dass die gewichtsreduzierende Wirkung auf einem dualen Effekt beruht: zum einen wurde ein erhoehtes Saettigungsgefuehl waehrend der Nahrungsaufnahme beobachtet und zum anderen wurde ein erhoehter Energieverbrauch (Thermogenese) festgestellt. Der thermogenetische Effekt muss beim Menschen noch bestaetigt werden.

Pharmakokinetik

Absorption

Eine Einzeldosis von Sibutramin wird zu mindestens 77% resorbiert. Sibutramin unterliegt einem betraechtlichen First-pass-Effekt.

Nach einer oralen Einzeldosis von 20 mg Sibutraminhydrochlorid-Monohydrat ist die maximale Plasmakonzentration der Muttersubstanz in ca. 1 Stunde (t max ) erreicht. Die Halbwertszeit betraegt ca. 1 Stunde.

Die pharmakologisch wirksamen Metaboliten 1 und 2 erreichen t max in 3-4 Stunden. Die Eliminationshalbwertszeit der aktiven Metaboliten 1 und 2 betraegt 14 bzw. 16 Stunden. Nach wiederholter Gabe erreichten die Metaboliten 1 und 2 den Steady-state innerhalb von 4 Tagen, mit Plasmakonzentrationen, die zweifach hoeher lagen als nach Einzeldosis.

Distribution

Studien mit radioaktiv markiertem Wirkstoff bei Tieren zeigten, dass eine schnelle und extensive Verteilung ins Gewebe erfolgt: die hoechste Konzentration an Radioaktivitaet wurde in den Ausscheidungsorganen Leber und Niere gefunden. Die Gewebeverteilung wurde durch Schwangerschaft nicht beeinflusst. In den Fetus ging nur wenig radioaktiv markiertes Material ueber.

Die Plasmaproteinbindung von Sibutramin und seinen Metaboliten 1 und 2 betraegt in vitro ca. 95%, bei einer Plasmakonzentration wie sie nach einer therapeutischen Dosis erreicht wird.

Metabolismus

Sibutramin wird in der Leber ueber das Cytochrom-P450-Isoenzym CYP3A4 zu den aktiven demethylierten primaeren und sekundaeren Aminmetaboliten 1 und 2 und dann hauptsaechlich zu den inaktiven konjugierten, hydroxylierten Metaboliten 5 und 6 umgewandelt.

Sibutramin ist ein Substrat von CYP3A4 und hat keinen signifikanten Einfluss auf CYP3A4 bzw. andere Cytochrom-P450-Isoenzyme (siehe «Interaktionen»).

Elimination

Die hepatische Verstoffwechselung und biliaere Ausscheidung stellt den wichtigsten Eliminationsweg von Sibutramin und seinen aktiven Metaboliten 1 und 2 dar. Die anderen Metaboliten (inaktiv) werden vorzugsweise ueber den Urin bei einem Verhaeltnis von Urin : Faeces = 10 : 1 ausgeschieden.

Kinetik in besonderen klinischen Situationen

Die Pharmakokinetik von Sibutramin und seinen Metaboliten ist bei adipoesen und normalgewichtigen Probanden aehnlich.

Das pharmakokinetische Profil bei Probanden im fortgeschrittenen Lebensalter war vergleichbar mit dem bei jungen Probanden.

Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit mittelschwerer Leberinsuffizienz wurde gegenueber gesunden Probanden die kombinierte AUC der Metaboliten M1 und M2 nach einer Einzeldosis von 15 mg um 24% erhoeht. Eine Dosisanpassung bei leichter bis mittelschwerer Leberinsuffizienz ist nicht notwendig, bei schwerer Leberinsuffizienz sollte Reductil jedoch nicht gegeben werden.

Niereninsuffizienz

Untersuchungen bei Niereninsuffizienz wurden nicht durchgefuehrt. Da Sibutramin und seine aktiven Metaboliten M1 und M2 hepatisch eliminiert werden, ist mit keinem signifikanten Einfluss einer Niereninsuffizienz auf deren Konzentration zu rechnen. Bei schwerer Niereninsuffizienz sollte Reductil nicht gegeben werden.

Indikationen/Anwendungsmoeglichkeiten

Belegte Indikation

Diaetunterstuetzende Behandlung von Übergewicht bei Patienten mit einem Koerpermassenindex (BMI = Body Mass Index) von mindestens 30 kg/m², die auf geeignete gewichtsreduzierende Massnahmen allein ungenuegend angesprochen haben.

Der BMI wird wie folgt berechnet:

BMI = Gewicht (kg)/Groesse² (m²)

Der als minimaler Grenzwert fuer eine Behandlung erachtete BMI von 30 entspricht je nach Koerpergroesse folgendem Koerpergewicht:

Koerpergroesse 140 cm: mindestens 58,8 kg.

Koerpergroesse 150 cm: mindestens 67,5 kg.

Koerpergroesse 160 cm: mindestens 76,8 kg.

Koerpergroesse 170 cm: mindestens 86,7 kg.

Koerpergroesse 180 cm: mindestens 97,2 kg.

Koerpergroesse 190 cm: mindestens 108,3 kg.

Signifikante Daten ueber guenstige Veraenderungen der Morbiditaet und Mortalitaet liegen nicht vor.

Dosierung/Anwendung

Es wird empfohlen, die Behandlung unter Aufsicht eines Arztes durchzufuehren, der Erfahrung bei der Behandlung von Übergewicht hat.

Zur Behandlung der Adipositas wird ein umfassender Therapieansatz empfohlen, der sowohl diaetetische, medizinische als auch verhaltenstherapeutische Massnahmen einschliesst.

Vor Anwendung des Medikamentes sind sekundaere organische Ursachen der Adipositas auszuschliessen.

Erwachsene

1 Kapsel Reductil 10 einmal taeglich morgens unzerkaut mit ausreichender Fluessigkeit (z.B. einem Glas Wasser) einnehmen. Die Kapsel kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.

Bei Patienten, die nur ungenuegend auf Reductil 10 ansprechen (Anhaltspunkt: weniger als 2 kg Gewichtsverlust in 4 Wochen) kann unter der Voraussetzung, dass Reductil 10 gut vertragen wird, die Dosis nach 4 Wochen auf 1 Kapsel Reductil 15 einmal taeglich erhoeht werden.

Wird Reductil 15 schlecht vertragen, ist ein Therapieabbruch zu erwaegen.

Patienten im fortgeschrittenen Lebensalter

Da die Wirksamkeit und Vertraeglichkeit von Reductil bisher nur bei einer kleinen Zahl von aelteren Patienten untersucht wurde, wird die Anwendung von Reductil bei aelteren Patienten (ueber 65 Jahre) nicht empfohlen.

Behandlungsdauer

Sofern innerhalb von 3 Monaten nicht ein Gewichtsverlust von mindestens 5% erreicht werden konnte, ist die Therapie abzubrechen.

Andernfalls darf die Therapie weitergefuehrt werden, solange das Gewicht weiter reduziert wird. Klinische Studien zeigen, dass es nach ungefaehr 6 Monaten zu einer Stabilisierung des Gewichtes kommt.

Eine wiederholte Anwendung wird nicht empfohlen (siehe «Anwendungseinschraenkungen/Vorsichtsmassnahmen»), da hierfuer keine Daten vorliegen.

Da Erfahrungen gezeigt haben, dass es nach Ende der Behandlung oder nach Beendigung einer Diaet wieder zu einer Gewichtszunahme kommen kann, wird fuer diese Phase eine Fortfuehrung der aerztlichen Begleitung empfohlen.

Anwendungseinschraenkungen

Kontraindikationen

Bekannte Überempfindlichkeit gegen Sibutraminhydrochlorid-Monohydrat oder einem anderen Bestandteil des Arzneimittels.

Bestehende oder vorausgegangene psychische Erkrankungen, einschliesslich schwerwiegende Essstoerungen wie Anorexia nervosa oder Bulimia nervosa sowie Depressionen.

Manische Erkrankung.

Neigung zu Arzneimittelmissbrauch, bestehende Alkoholabhaengigkeit.

Gleichzeitige Anwendung von Monoaminoxidase-Hemmern (MAO-Hemmer). Ein Intervall von mindestens 2 Wochen sollte zwischen einer Behandlung mit Reductil und einer Behandlung mit MAO-Hemmern eingehalten werden (siehe «Interaktionen»).

Gleichzeitige Anwendung mit anderen ZNS-wirksamen Medikamenten (siehe «Interaktionen»).

Gleichzeitige Anwendung mit anderen zentral-wirksamen Arzneimitteln zur Gewichtsreduktion.

Unzureichend eingestellte Hypertonie (siehe «Vorsichtsmassnahmen»).

Pulmonale arterielle Hypertonie.

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

Schwere Leberfunktionsstoerung.

Schwere Nierenfunktionsstoerung.

Bestehende oder vorausgegangene zerebro- und kardiovaskulaere Erkrankungen wie koronare Herzkrankheit, dekompensierte Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstoerung oder Schlaganfall und TIA.

Organische Ursachen der Adipositas.

Gilles-de-la-Tourette-Syndrom.

Hyperthyreose.

Benigne Prostatahyperplasie mit Restharnbildung.

Phaeochromozytom.

Engwinkelglaukom.

Schwangerschaft und Stillzeit (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Vorsichtsmassnahmen

Bei allen Patienten sollten waehrend der Behandlung mit Reductil regelmaessig Blutdruck und Puls ueberwacht werden.

Bei Patienten, bei denen unter Behandlung mit Reductil die Blutdruckwerte oder der Puls klinisch signifikant ansteigen, ist die Behandlung abzusetzen (siehe «Unerwuenschte Wirkungen»).

Bei folgenden Patienten darf Reductil nur mit Vorsicht verwendet werden:

Bei Patienten mit behandelter Hypertonie.

Bei Patienten mit leichter oder mittelgradiger Nierenfunktionsstoerung. Es werden jedoch nur inaktive Substanzen durch die Nieren ausgeschieden.

Bei Patienten mit leichter oder mittelgradiger Leberfunktionsstoerung. Bei ihnen wurde in Untersuchungen ein erhoehter Plasmaspiegel festgestellt, ohne dass jedoch unerwuenschte Wirkungen beobachtet wurden.

Bei Epilepsiepatienten.

Bei Patienten im fortgeschrittenen Lebensalter (siehe unter «Dosierung/Anwendung»).

Bei Auftreten oder Verschlimmerung einer Atemnot unter Belastung (Belastungsdyspnoe) kann die Moeglichkeit einer pulmonalen arteriellen Hypertonie nicht ausgeschlossen werden. In diesen Faellen sollte die Behandlung sofort abgebrochen und der Patient durch einen Spezialisten untersucht werden.

Im Zusammenhang mit dem Gebrauch von gewissen Anorektika wie Fenfluramin und Dexfenfluramin ist ueber Herzklappenerkrankungen berichtet worden.

Kontrolluntersuchungen unter Reductil ergaben bisher kein erhoehtes Auftreten von Herzklappenerkrankungen gegenueber Placebo.

Moegliche weitere mitwirkende Faktoren fuer das Entstehen von Herzklappenerkrankungen sind die Anwendung von Anorektika ueber eine laengere Zeitperiode, hoehere als die empfohlenen Dosierungen und/oder gleichzeitige Anwendung von mehr als einem Anorektikum. Die Anwendung von Anorektika wird deshalb bei Patienten mit einem bekannten Herzgeraeusch oder bekannter Herzklappenerkrankung nicht empfohlen.

Wie bei anderen Arzneimitteln, die die Serotonin-Wiederaufnahme hemmen, besteht bei Patienten unter der Einnahme von Sibutramin moeglicherweise ein erhoehtes Blutungsrisiko. Bei Patienten mit Blutungsneigung sowie bei Personen, die gleichzeitig Arzneimittel einnehmen, die die Haemostase oder die Thrombozytenfunktion beeinflussen, sollte Sibutramin daher mit Vorsicht angewendet werden.

In seltenen Faellen wurde bei Patienten mit anamnestisch bekannter Depression ueber Verhaltensaenderungen, Depressionen, Suizidgedanken und Suizid berichtet. Patienten mit anamnestisch bekannter Depression ist daher besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Treten waehrend der Behandlung mit Sibutramin Anzeichen oder Symptome einer Depression auf, sollten ein Absetzen von Sibutramin und der Beginn einer geeigneten Behandlung erwogen werden.

Sibutramin sollte bei Patienten mit Weitwinkelglaukom und Personen, bei denen z.B. aufgrund der Familienanamnese das Risiko eines erhoehten Augeninnendrucks besteht, mit Vorsicht eingesetzt werden.

Bei laengerer Behandlung kann nicht ausgeschlossen werden, dass es zur Ausbildung von Gewoehnung und Arzneimittelabhaengigkeit, in seltenen Faellen bei entsprechend veranlagten Patienten zu schweren psychotischen Stoerungen kommen kann. In vergleichenden klinischen Studien an Patienten mit bekanntem Medikamentenabusus wurde fuer Sibutramin kein Abhaengigkeitspotential nachgewiesen.

Auswirkungen auf die Verkehrstuechtigkeit und das Bedienen von Maschinen

ZNS-wirksame Substanzen koennen prinzipiell das Urteilsvermoegen, Denken bzw. Reaktionsvermoegen einschraenken. Deshalb sollten die Patienten darauf aufmerksam gemacht werden, dass unter der Einnahme von Reductil die Faehigkeit zur aktiven Teilnahme am Strassenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt eingeschraenkt sein kann.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschafts-Kategorie C.

Reproduktionsstudien bei Tieren haben unerwuenschte Effekte auf den Foeten gezeigt und man verfuegt ueber keine kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen. Daher ist Reductil in der Schwangerschaft kontraindiziert.

Frauen im gebaerfaehigem Alter sollten waehrend der Behandlung mit Reductil eine geeignete Kontrazeption anwenden.

Anwendung waehrend der Stillzeit: Es ist nicht bekannt, ob Sibutramin in die Muttermilch uebergeht. Daher ist die Anwendung von Reductil waehrend der Stillzeit kontraindiziert.

Unerwuenschte Wirkungen

Die meisten unerwuenschten Ereignisse treten zu Beginn der Behandlung (in den ersten 4 Wochen) auf. Ihre Auspraegung und Haeufigkeit nimmt mit der Zeit ab. Die Ereignisse sind im allgemeinen nicht schwerwiegend und sind reversibel. Sie fuehren in der Regel nicht zum Therapieabbruch.

Die unerwuenschten Ereignisse, die in placebokontrollierten Untersuchungen an adipoesen Patienten unter Behandlung mit Sibutramin auftraten und die statistisch eine signifikant groessere Inzidenz als Placebo aufwiesen, sind im folgenden nach Organsystemen und Haeufigkeit geordnet aufgelistet.

Allgemein

Gelegentlich: Froesteln.

Haeufig: Kopfschmerzen (30,3%).

Herz-Kreislauf

Gelegentlich: Tachykardie, Vasodilatation (Flush). Ein moeglicherweise klinisch bedeutsamer Blutdruck- und Pulsfrequenzanstieg, wie er in klinischen Pruefungen mit Sibutramin beobachtet wurde, tritt ueberwiegend zu Beginn der Behandlung auf (siehe «Vorsichtsmassnahmen»).

Hypertonie und Palpitationen koennen auftreten, jedoch ist die Inzidenzrate vergleichbar mit der von Placebo. Anwendung von Reductil bei Patienten mit Bluthochdruck: siehe unter «Kontraindikationen» und «Vorsichtsmassnahmen».

Magen-Darm

Haeufig: Anorexie (13%), Verstopfung (11,5%), Übelkeit (5,9%), vermehrter Appetit (8,7%).

Gelegentlich: rektale Beschwerden, meist haemorrhoidaler Art, Dyspepsie.

Zentralnervensystem

Haeufig: Mundtrockenheit (17,2%); Schlaflosigkeit (10,7%), Schwindel (7%), Nervositaet (5,2%).

Gelegentlich: Paraesthesien, Angst, Somnolenz.

Depression kann in Einzelfaellen bei Patienten sowohl mit als auch ohne anamnestisch bekannte Depressionen auftreten, jedoch ist die Inzidenzrate vergleichbar mit der von Placebo.

Haut

Gelegentlich: Schwitzen, Rash.

Des weiteren traten in Einzelfaellen unter der Behandlung mit Sibutramin folgende unerwuenschte Ereignisse auf: akute interstitielle Nephritis, mesangiokapillaere Glomerulonephritis, Harnverhaltung, Purpura Schoenlein-Henoch (letzterer wahrscheinlich ausgeloest durch gleichzeitige Gabe von intravenoesem Flucloxacillin), allergische Reaktionen, von leichten Hautausschlaegen und Urtikaria bis hin zu Angiooedemen und Anaphylaxie, ferner Hautausschlaege sowie Urtikaria, Thrombozytopenie, Krampfanfaelle sowie Rhinitis, Pharingitis, Sinusitis, Sehstoerungen, Diarrhoee, Erbrechen, Ejakulations-/Orgasmus-Abnormalitaeten, Impotenz, Stoerungen des Menstruationszyklus.

Hinweise auf ein Entzugs- oder Abstinenzsyndrom oder Stimmungsschwankungen bei Beendigung der Therapie liegen nicht vor. Selten wurden Kopfschmerzen und gesteigerter Appetit beobachtet. In einem Fall wurde nach der Behandlung ueber einen akuten psychotischen Anfall bei einem Patienten mit einer schizo-affektiven Stoerung berichtet, die vermutlich bereits vor der Behandlung bestand.

Eine epidemiologische Studie hat gezeigt, dass die Einnahme von Anorektika ein Risikofaktor fuer die Entstehung der pulmonalen arteriellen Hypertonie ist und dass ihre Anwendung in einem engen Zusammenhang mit einem erhoehten Risiko fuer diese unerwuenschte Wirkung steht. Das Auftreten oder die Verschlimmerung einer Belastungsdyspnoe sind normalerweise die ersten Anzeichen dafuer und erfordert den Abbruch der Behandlung und eine Untersuchung durch einen Spezialisten (siehe unter «Vorsichtsmassnahmen»).

In den mit Reductil durchgefuehrten klinischen Studien, wurde ueber keinen Fall von pulmonaler Hypertonie berichtet. Da pulmonale Hypertonie eine sehr selten auftretende Krankheit ist, kann nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden, dass eine Therapie mit Reductil keine pulmonalen Hypertonien verursacht.

In Zusammenhang mit der Anwendung von gewissen Anorektika wie Fenfluramin und Dexfenfluramin ist in Kombination mit anderen Anorektika ueber Herzklappen­erkrankungen berichtet worden (siehe unter «Vorsichtsmassnahmen»).

Unter Sibutramin kann es zu einem reversiblen Anstieg der Leberenzyme mit Einzelfaellen von Ikterus und Hepatitis kommen. Klinische Folgeerscheinungen sind nicht bekannt.

Interaktionen

Wirkstoffe, die die Aktivitaet des CYP3A4-Enzyms hemmen (siehe auch «Pharmakokinetik»): Eine hemmende Wirkung auf CYP3A4 besitzen z.B. Ketoconazol, Erythromycin, Troleandomycin, Cyclosporin, Nifedipin und Verapamil. Die gleichzeitige Gabe von Ketoconazol bzw. Erythromycin und Sibutramin fuehrte zu einer Erhoehung der Plasmaspiegel von Sibutramin und der aktiven Metaboliten bis zu 23% und es wurde ein zusaetzlicher Anstieg der Herzfrequenz beobachtet.

Wirkstoffe, die die Aktivitaet des CYP3A4-Enzyms induzieren (siehe auch «Pharmakokinetik»): Rifampicin, Lansoprazol, Omeprazol, Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbital und Dexamethason bewirken eine Enzyminduktion, eine Beschleunigung des Abbaus von Sibutramin ist dadurch moeglich.

Cimetidin: Gleichzeitige Gabe von Cimetidin und Sibutramin fuehren zu leicht erhoehten Plasma-(c max ) und AUC-Werten der Metaboliten M1 und M2. Die Veraenderungen sind wahrscheinlich von keiner klinischen Relevanz.

Orale Antikoagulantien: Die Elimination von oralen Antikoagulantien wie Phenprocoumon und Acenocoumarol, die ebenfalls ueber CYP3A4 metabolisiert werden, kann durch Reductil verzoegert werden. Eine erhoehte Blutungsgefahr ist nicht auszuschliessen.

Orale Antidiabetika: Es gibt keine klinischen Daten ueber pharmakodynamische Interaktionen. Pharmakokinetische Interaktionen von Reductil mit oralen Antidiabetika koennen aber wegen dem gleichen Abbauweg (CYP3A4) nicht ausgeschlossen werden.

Serotoninerg wirkende Medikamente: Sibutramin soll nicht zusammen mit serotoninerg wirkenden Medikamenten gegeben werden, da Sibutramin die Wiederaufnahme von Serotonin hemmt und die Gefahr eines serotoninergen Syndroms besteht.

ZNS-wirksame Medikamente: Die gleichzeitige Gabe von Reductil wurde bisher noch nicht systematisch untersucht und ist daher kontraindiziert (siehe unter «Anwendungseinschraenkungen»).

MAO-Inhibitoren: Bei Kombination von Reductil mit MAO-Inhibitoren oder serotonergen Antidepressiva (z.B. Clomipramin) koennen schwerwiegende Reaktionen auftreten. Symptome eines solchen Serotonin-Syndroms, sind z.B. Hyperthermie, Muskelhypertonie, Myoklonus, autonome Dysfunktion (Kreislaufinstabilitaet) und Bewusstseinstoerungen.

Reductil soll weder zusammen mit MAO-Hemmern noch innerhalb von 2 Wochen nach deren Absetzen verwendet werden. Ebenso sollten MAO-Hemmer nicht vor 2 Wochen nach Abschluss einer Therapie mit Reductil angewendet werden.

Orale Kontrazeptiva: Reductil beeinflusst die Wirksamkeit oraler Kontrazeptiva nicht.

Alkohol: Bei Einmalgabe von Sibutramin zusammen mit Alkohol wurde keine zusaetzliche Beeintraechtigung der durch Alkohol verminderten kognitiven oder psychomotorischen Leistung beobachtet. Dennoch wird aus allgemeinen Erwaegungen waehrend der Behandlung von Alkoholgenuss abgeraten.

Überdosierung

Zur Überdosierung von Sibutramin liegen nur sehr beschraenkte Erfahrungen vor. Es wird kein spezielles Behandlungsschema empfohlen, ein spezifisches Antidot steht nicht zur Verfuegung. Es sollten allgemeine Massnahmen eingeleitet werden wie: Freihalten der Atemwege, Überwachung der Herz-Kreislauf-Funktionen sowie allgemeine symptomatische und unterstuetzende Massnahmen. Die fruehzeitige Verabreichung von Aktivkohle kann die Aufnahme von Sibutramin verzoegern. Eine Magenspuelung kann sich ebenfalls guenstig auswirken. Bei Patienten mit erhoehtem Blutdruck oder Tachykardie kann eine vorsichtige Gabe von Betablockern angezeigt sein.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Medikament darf nur bis zu dem auf dem Behaelter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) und vor Feuchtigkeit geschuetzt lagern.


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