Fachinformation Reductil

Zusammensetzung
Wirkstoff: Sibutraminhydrochlorid-Monohydrat.
1 Kapsel Reductil 10 enthaelt:
Sibutraminhydrochlorid-Monohydrat 10 mg (entsprechend 8,37 mg Sibutramin).
Hilfsstoffe: Color.: Chinolingelb (E 104), Indigotin (E 132), Excip.
pro caps.
1 Kapsel Reductil 15 enthaelt:
Sibutraminhydrochlorid-Monohydrat 15 mg (entsprechend 12,55 mg
Sibutramin).
Hilfsstoffe: Color.: Indigotin (E 132), Excip. pro caps.
Eigenschaften/Wirkungen
Reductil enthaelt den Wirkstoff Sibutramin, der seine Wirkung
in vivo ueber die sekundaeren und primaeren Aminmetaboliten entfaltet.
Die appetithemmende Wirkung des Sibutramins bzw. der Metaboliten
beruht auf einer Wiederaufnahmehemmung von Serotonin (5-HT) und
Noradrenalin. Sibutramin wirkt nicht ueber eine Freisetzung der
Neurotransmitter vom Monoamintyp.
Fuer Sibutramin konnte am Tier gezeigt werden, dass die gewichtsreduzierende
Wirkung auf einem dualen Effekt beruht: zum einen wurde ein erhoehtes
Saettigungsgefuehl waehrend der Nahrungsaufnahme beobachtet und
zum anderen wurde ein erhoehter Energieverbrauch (Thermogenese)
festgestellt. Der thermogenetische Effekt muss beim Menschen noch
bestaetigt werden.
Pharmakokinetik
Absorption
Eine Einzeldosis von Sibutramin wird zu mindestens 77% resorbiert.
Sibutramin unterliegt einem betraechtlichen First-pass-Effekt.
Nach einer oralen Einzeldosis von 20 mg Sibutraminhydrochlorid-Monohydrat
ist die maximale Plasmakonzentration der Muttersubstanz in ca. 1
Stunde (t max ) erreicht. Die Halbwertszeit betraegt ca. 1 Stunde.
Die pharmakologisch wirksamen Metaboliten 1 und 2 erreichen t max
in 3-4 Stunden. Die Eliminationshalbwertszeit der aktiven Metaboliten
1 und 2 betraegt 14 bzw. 16 Stunden. Nach wiederholter Gabe erreichten
die Metaboliten 1 und 2 den Steady-state innerhalb von 4 Tagen,
mit Plasmakonzentrationen, die zweifach hoeher lagen als nach Einzeldosis.
Distribution
Studien mit radioaktiv markiertem Wirkstoff bei Tieren zeigten,
dass eine schnelle und extensive Verteilung ins Gewebe erfolgt:
die hoechste Konzentration an Radioaktivitaet wurde in den Ausscheidungsorganen
Leber und Niere gefunden. Die Gewebeverteilung wurde durch Schwangerschaft
nicht beeinflusst. In den Fetus ging nur wenig radioaktiv markiertes
Material ueber.
Die Plasmaproteinbindung von Sibutramin und seinen Metaboliten
1 und 2 betraegt in vitro ca. 95%, bei einer Plasmakonzentration
wie sie nach einer therapeutischen Dosis erreicht wird.
Metabolismus
Sibutramin wird in der Leber ueber das Cytochrom-P450-Isoenzym
CYP3A4 zu den aktiven demethylierten primaeren und sekundaeren Aminmetaboliten
1 und 2 und dann hauptsaechlich zu den inaktiven konjugierten, hydroxylierten
Metaboliten 5 und 6 umgewandelt.
Sibutramin ist ein Substrat von CYP3A4 und hat keinen signifikanten
Einfluss auf CYP3A4 bzw. andere Cytochrom-P450-Isoenzyme (siehe
«Interaktionen»).
Elimination
Die hepatische Verstoffwechselung und biliaere Ausscheidung stellt
den wichtigsten Eliminationsweg von Sibutramin und seinen aktiven
Metaboliten 1 und 2 dar. Die anderen Metaboliten (inaktiv) werden
vorzugsweise ueber den Urin bei einem Verhaeltnis von Urin : Faeces
= 10 : 1 ausgeschieden.
Kinetik in besonderen klinischen Situationen
Die Pharmakokinetik von Sibutramin und seinen Metaboliten ist bei
adipoesen und normalgewichtigen Probanden aehnlich.
Das pharmakokinetische Profil bei Probanden im fortgeschrittenen
Lebensalter war vergleichbar mit dem bei jungen Probanden.
Leberinsuffizienz
Bei Patienten mit mittelschwerer Leberinsuffizienz wurde gegenueber
gesunden Probanden die kombinierte AUC der Metaboliten M1 und M2
nach einer Einzeldosis von 15 mg um 24% erhoeht. Eine Dosisanpassung
bei leichter bis mittelschwerer Leberinsuffizienz ist nicht notwendig,
bei schwerer Leberinsuffizienz sollte Reductil jedoch nicht gegeben
werden.
Niereninsuffizienz
Untersuchungen bei Niereninsuffizienz wurden nicht durchgefuehrt.
Da Sibutramin und seine aktiven Metaboliten M1 und M2 hepatisch
eliminiert werden, ist mit keinem signifikanten Einfluss einer Niereninsuffizienz
auf deren Konzentration zu rechnen. Bei schwerer Niereninsuffizienz
sollte Reductil nicht gegeben werden.
Indikationen/Anwendungsmoeglichkeiten
Belegte Indikation
Diaetunterstuetzende Behandlung von Übergewicht bei Patienten
mit einem Koerpermassenindex (BMI = Body Mass Index) von mindestens
30 kg/m², die auf geeignete gewichtsreduzierende Massnahmen
allein ungenuegend angesprochen haben.
Der BMI wird wie folgt berechnet:
BMI = Gewicht (kg)/Groesse² (m²)
Der als minimaler Grenzwert fuer eine Behandlung erachtete BMI
von 30 entspricht je nach Koerpergroesse folgendem Koerpergewicht:
Koerpergroesse 140 cm: mindestens 58,8 kg.
Koerpergroesse 150 cm: mindestens 67,5 kg.
Koerpergroesse 160 cm: mindestens 76,8 kg.
Koerpergroesse 170 cm: mindestens 86,7 kg.
Koerpergroesse 180 cm: mindestens 97,2 kg.
Koerpergroesse 190 cm: mindestens 108,3 kg.
Signifikante Daten ueber guenstige Veraenderungen der Morbiditaet
und Mortalitaet liegen nicht vor.
Dosierung/Anwendung
Es wird empfohlen, die Behandlung unter Aufsicht eines Arztes
durchzufuehren, der Erfahrung bei der Behandlung von Übergewicht
hat.
Zur Behandlung der Adipositas wird ein umfassender Therapieansatz
empfohlen, der sowohl diaetetische, medizinische als auch verhaltenstherapeutische
Massnahmen einschliesst.
Vor Anwendung des Medikamentes sind sekundaere organische Ursachen
der Adipositas auszuschliessen.
Erwachsene
1 Kapsel Reductil 10 einmal taeglich morgens unzerkaut mit ausreichender
Fluessigkeit (z.B. einem Glas Wasser) einnehmen. Die Kapsel kann
mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.
Bei Patienten, die nur ungenuegend auf Reductil 10 ansprechen (Anhaltspunkt:
weniger als 2 kg Gewichtsverlust in 4 Wochen) kann unter der Voraussetzung,
dass Reductil 10 gut vertragen wird, die Dosis nach 4 Wochen auf
1 Kapsel Reductil 15 einmal taeglich erhoeht werden.
Wird Reductil 15 schlecht vertragen, ist ein Therapieabbruch zu
erwaegen.
Patienten im fortgeschrittenen Lebensalter
Da die Wirksamkeit und Vertraeglichkeit von Reductil bisher nur
bei einer kleinen Zahl von aelteren Patienten untersucht wurde,
wird die Anwendung von Reductil bei aelteren Patienten (ueber 65
Jahre) nicht empfohlen.
Behandlungsdauer
Sofern innerhalb von 3 Monaten nicht ein Gewichtsverlust von mindestens
5% erreicht werden konnte, ist die Therapie abzubrechen.
Andernfalls darf die Therapie weitergefuehrt werden, solange das
Gewicht weiter reduziert wird. Klinische Studien zeigen, dass es
nach ungefaehr 6 Monaten zu einer Stabilisierung des Gewichtes kommt.
Eine wiederholte Anwendung wird nicht empfohlen (siehe «Anwendungseinschraenkungen/Vorsichtsmassnahmen»),
da hierfuer keine Daten vorliegen.
Da Erfahrungen gezeigt haben, dass es nach Ende der Behandlung
oder nach Beendigung einer Diaet wieder zu einer Gewichtszunahme
kommen kann, wird fuer diese Phase eine Fortfuehrung der aerztlichen
Begleitung empfohlen.
Anwendungseinschraenkungen
Kontraindikationen
Bekannte Überempfindlichkeit gegen Sibutraminhydrochlorid-Monohydrat
oder einem anderen Bestandteil des Arzneimittels.
Bestehende oder vorausgegangene psychische Erkrankungen, einschliesslich
schwerwiegende Essstoerungen wie Anorexia nervosa oder Bulimia nervosa
sowie Depressionen.
Manische Erkrankung.
Neigung zu Arzneimittelmissbrauch, bestehende Alkoholabhaengigkeit.
Gleichzeitige Anwendung von Monoaminoxidase-Hemmern (MAO-Hemmer).
Ein Intervall von mindestens 2 Wochen sollte zwischen einer Behandlung
mit Reductil und einer Behandlung mit MAO-Hemmern eingehalten werden
(siehe «Interaktionen»).
Gleichzeitige Anwendung mit anderen ZNS-wirksamen Medikamenten
(siehe «Interaktionen»).
Gleichzeitige Anwendung mit anderen zentral-wirksamen Arzneimitteln
zur Gewichtsreduktion.
Unzureichend eingestellte Hypertonie (siehe «Vorsichtsmassnahmen»).
Pulmonale arterielle Hypertonie.
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.
Schwere Leberfunktionsstoerung.
Schwere Nierenfunktionsstoerung.
Bestehende oder vorausgegangene zerebro- und kardiovaskulaere Erkrankungen
wie koronare Herzkrankheit, dekompensierte Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstoerung
oder Schlaganfall und TIA.
Organische Ursachen der Adipositas.
Gilles-de-la-Tourette-Syndrom.
Hyperthyreose.
Benigne Prostatahyperplasie mit Restharnbildung.
Phaeochromozytom.
Engwinkelglaukom.
Schwangerschaft und Stillzeit (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).
Vorsichtsmassnahmen
Bei allen Patienten sollten waehrend der Behandlung mit Reductil
regelmaessig Blutdruck und Puls ueberwacht werden.
Bei Patienten, bei denen unter Behandlung mit Reductil die Blutdruckwerte
oder der Puls klinisch signifikant ansteigen, ist die Behandlung
abzusetzen (siehe «Unerwuenschte Wirkungen»).
Bei folgenden Patienten darf Reductil nur mit Vorsicht verwendet
werden:
Bei Patienten mit behandelter Hypertonie.
Bei Patienten mit leichter oder mittelgradiger Nierenfunktionsstoerung.
Es werden jedoch nur inaktive Substanzen durch die Nieren ausgeschieden.
Bei Patienten mit leichter oder mittelgradiger Leberfunktionsstoerung.
Bei ihnen wurde in Untersuchungen ein erhoehter Plasmaspiegel festgestellt,
ohne dass jedoch unerwuenschte Wirkungen beobachtet wurden.
Bei Epilepsiepatienten.
Bei Patienten im fortgeschrittenen Lebensalter (siehe unter «Dosierung/Anwendung»).
Bei Auftreten oder Verschlimmerung einer Atemnot unter Belastung
(Belastungsdyspnoe) kann die Moeglichkeit einer pulmonalen arteriellen
Hypertonie nicht ausgeschlossen werden. In diesen Faellen sollte
die Behandlung sofort abgebrochen und der Patient durch einen Spezialisten
untersucht werden.
Im Zusammenhang mit dem Gebrauch von gewissen Anorektika wie Fenfluramin
und Dexfenfluramin ist ueber Herzklappenerkrankungen berichtet worden.
Kontrolluntersuchungen unter Reductil ergaben bisher kein erhoehtes
Auftreten von Herzklappenerkrankungen gegenueber Placebo.
Moegliche weitere mitwirkende Faktoren fuer das Entstehen von Herzklappenerkrankungen
sind die Anwendung von Anorektika ueber eine laengere Zeitperiode,
hoehere als die empfohlenen Dosierungen und/oder gleichzeitige Anwendung
von mehr als einem Anorektikum. Die Anwendung von Anorektika wird
deshalb bei Patienten mit einem bekannten Herzgeraeusch oder bekannter
Herzklappenerkrankung nicht empfohlen.
Wie bei anderen Arzneimitteln, die die Serotonin-Wiederaufnahme
hemmen, besteht bei Patienten unter der Einnahme von Sibutramin
moeglicherweise ein erhoehtes Blutungsrisiko. Bei Patienten mit
Blutungsneigung sowie bei Personen, die gleichzeitig Arzneimittel
einnehmen, die die Haemostase oder die Thrombozytenfunktion beeinflussen,
sollte Sibutramin daher mit Vorsicht angewendet werden.
In seltenen Faellen wurde bei Patienten mit anamnestisch bekannter
Depression ueber Verhaltensaenderungen, Depressionen, Suizidgedanken
und Suizid berichtet. Patienten mit anamnestisch bekannter Depression
ist daher besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Treten waehrend der
Behandlung mit Sibutramin Anzeichen oder Symptome einer Depression
auf, sollten ein Absetzen von Sibutramin und der Beginn einer geeigneten
Behandlung erwogen werden.
Sibutramin sollte bei Patienten mit Weitwinkelglaukom und Personen,
bei denen z.B. aufgrund der Familienanamnese das Risiko eines erhoehten
Augeninnendrucks besteht, mit Vorsicht eingesetzt werden.
Bei laengerer Behandlung kann nicht ausgeschlossen werden, dass
es zur Ausbildung von Gewoehnung und Arzneimittelabhaengigkeit,
in seltenen Faellen bei entsprechend veranlagten Patienten zu schweren
psychotischen Stoerungen kommen kann. In vergleichenden klinischen
Studien an Patienten mit bekanntem Medikamentenabusus wurde fuer
Sibutramin kein Abhaengigkeitspotential nachgewiesen.
Auswirkungen auf die Verkehrstuechtigkeit und das Bedienen von
Maschinen
ZNS-wirksame Substanzen koennen prinzipiell das Urteilsvermoegen,
Denken bzw. Reaktionsvermoegen einschraenken. Deshalb sollten die
Patienten darauf aufmerksam gemacht werden, dass unter der Einnahme
von Reductil die Faehigkeit zur aktiven Teilnahme am Strassenverkehr,
zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt
eingeschraenkt sein kann.
Schwangerschaft/Stillzeit
Schwangerschafts-Kategorie C.
Reproduktionsstudien bei Tieren haben unerwuenschte Effekte auf
den Foeten gezeigt und man verfuegt ueber keine kontrollierten Studien
bei schwangeren Frauen. Daher ist Reductil in der Schwangerschaft
kontraindiziert.
Frauen im gebaerfaehigem Alter sollten waehrend der Behandlung
mit Reductil eine geeignete Kontrazeption anwenden.
Anwendung waehrend der Stillzeit: Es ist nicht bekannt,
ob Sibutramin in die Muttermilch uebergeht. Daher ist die Anwendung
von Reductil waehrend der Stillzeit kontraindiziert.
Unerwuenschte Wirkungen
Die meisten unerwuenschten Ereignisse treten zu Beginn der Behandlung
(in den ersten 4 Wochen) auf. Ihre Auspraegung und Haeufigkeit nimmt
mit der Zeit ab. Die Ereignisse sind im allgemeinen nicht schwerwiegend
und sind reversibel. Sie fuehren in der Regel nicht zum Therapieabbruch.
Die unerwuenschten Ereignisse, die in placebokontrollierten Untersuchungen
an adipoesen Patienten unter Behandlung mit Sibutramin auftraten
und die statistisch eine signifikant groessere Inzidenz als Placebo
aufwiesen, sind im folgenden nach Organsystemen und Haeufigkeit
geordnet aufgelistet.
Allgemein
Gelegentlich: Froesteln.
Haeufig: Kopfschmerzen (30,3%).
Herz-Kreislauf
Gelegentlich: Tachykardie, Vasodilatation (Flush). Ein moeglicherweise
klinisch bedeutsamer Blutdruck- und Pulsfrequenzanstieg, wie er
in klinischen Pruefungen mit Sibutramin beobachtet wurde, tritt
ueberwiegend zu Beginn der Behandlung auf (siehe «Vorsichtsmassnahmen»).
Hypertonie und Palpitationen koennen auftreten, jedoch ist die
Inzidenzrate vergleichbar mit der von Placebo. Anwendung von Reductil
bei Patienten mit Bluthochdruck: siehe unter «Kontraindikationen»
und «Vorsichtsmassnahmen».
Magen-Darm
Haeufig: Anorexie (13%), Verstopfung (11,5%), Übelkeit (5,9%),
vermehrter Appetit (8,7%).
Gelegentlich: rektale Beschwerden, meist haemorrhoidaler Art, Dyspepsie.
Zentralnervensystem
Haeufig: Mundtrockenheit (17,2%); Schlaflosigkeit (10,7%), Schwindel
(7%), Nervositaet (5,2%).
Gelegentlich: Paraesthesien, Angst, Somnolenz.
Depression kann in Einzelfaellen bei Patienten sowohl mit als auch
ohne anamnestisch bekannte Depressionen auftreten, jedoch ist die
Inzidenzrate vergleichbar mit der von Placebo.
Haut
Gelegentlich: Schwitzen, Rash.
Des weiteren traten in Einzelfaellen unter der Behandlung mit Sibutramin
folgende unerwuenschte Ereignisse auf: akute interstitielle Nephritis,
mesangiokapillaere Glomerulonephritis, Harnverhaltung, Purpura Schoenlein-Henoch
(letzterer wahrscheinlich ausgeloest durch gleichzeitige Gabe von
intravenoesem Flucloxacillin), allergische Reaktionen, von leichten
Hautausschlaegen und Urtikaria bis hin zu Angiooedemen und Anaphylaxie,
ferner Hautausschlaege sowie Urtikaria, Thrombozytopenie, Krampfanfaelle
sowie Rhinitis, Pharingitis, Sinusitis, Sehstoerungen, Diarrhoee,
Erbrechen, Ejakulations-/Orgasmus-Abnormalitaeten, Impotenz, Stoerungen
des Menstruationszyklus.
Hinweise auf ein Entzugs- oder Abstinenzsyndrom oder Stimmungsschwankungen
bei Beendigung der Therapie liegen nicht vor. Selten wurden Kopfschmerzen
und gesteigerter Appetit beobachtet. In einem Fall wurde nach der
Behandlung ueber einen akuten psychotischen Anfall bei einem Patienten
mit einer schizo-affektiven Stoerung berichtet, die vermutlich bereits
vor der Behandlung bestand.
Eine epidemiologische Studie hat gezeigt, dass die Einnahme von
Anorektika ein Risikofaktor fuer die Entstehung der pulmonalen arteriellen
Hypertonie ist und dass ihre Anwendung in einem engen Zusammenhang
mit einem erhoehten Risiko fuer diese unerwuenschte Wirkung steht.
Das Auftreten oder die Verschlimmerung einer Belastungsdyspnoe sind
normalerweise die ersten Anzeichen dafuer und erfordert den Abbruch
der Behandlung und eine Untersuchung durch einen Spezialisten (siehe
unter «Vorsichtsmassnahmen»).
In den mit Reductil durchgefuehrten klinischen Studien, wurde ueber
keinen Fall von pulmonaler Hypertonie berichtet. Da pulmonale Hypertonie
eine sehr selten auftretende Krankheit ist, kann nicht mit Sicherheit
ausgeschlossen werden, dass eine Therapie mit Reductil keine pulmonalen
Hypertonien verursacht.
In Zusammenhang mit der Anwendung von gewissen Anorektika wie Fenfluramin
und Dexfenfluramin ist in Kombination mit anderen Anorektika ueber
Herzklappenerkrankungen berichtet worden (siehe unter «Vorsichtsmassnahmen»).
Unter Sibutramin kann es zu einem reversiblen Anstieg der Leberenzyme
mit Einzelfaellen von Ikterus und Hepatitis kommen. Klinische Folgeerscheinungen
sind nicht bekannt.
Interaktionen
Wirkstoffe, die die Aktivitaet des CYP3A4-Enzyms hemmen (siehe
auch «Pharmakokinetik»): Eine hemmende Wirkung auf CYP3A4
besitzen z.B. Ketoconazol, Erythromycin, Troleandomycin, Cyclosporin,
Nifedipin und Verapamil. Die gleichzeitige Gabe von Ketoconazol
bzw. Erythromycin und Sibutramin fuehrte zu einer Erhoehung der
Plasmaspiegel von Sibutramin und der aktiven Metaboliten bis zu
23% und es wurde ein zusaetzlicher Anstieg der Herzfrequenz beobachtet.
Wirkstoffe, die die Aktivitaet des CYP3A4-Enzyms induzieren (siehe
auch «Pharmakokinetik»): Rifampicin, Lansoprazol, Omeprazol,
Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbital und Dexamethason bewirken
eine Enzyminduktion, eine Beschleunigung des Abbaus von Sibutramin
ist dadurch moeglich.
Cimetidin: Gleichzeitige Gabe von Cimetidin und Sibutramin fuehren
zu leicht erhoehten Plasma-(c max ) und AUC-Werten der Metaboliten
M1 und M2. Die Veraenderungen sind wahrscheinlich von keiner klinischen
Relevanz.
Orale Antikoagulantien: Die Elimination von oralen Antikoagulantien
wie Phenprocoumon und Acenocoumarol, die ebenfalls ueber CYP3A4
metabolisiert werden, kann durch Reductil verzoegert werden. Eine
erhoehte Blutungsgefahr ist nicht auszuschliessen.
Orale Antidiabetika: Es gibt keine klinischen Daten ueber pharmakodynamische
Interaktionen. Pharmakokinetische Interaktionen von Reductil mit
oralen Antidiabetika koennen aber wegen dem gleichen Abbauweg (CYP3A4)
nicht ausgeschlossen werden.
Serotoninerg wirkende Medikamente: Sibutramin soll nicht zusammen
mit serotoninerg wirkenden Medikamenten gegeben werden, da Sibutramin
die Wiederaufnahme von Serotonin hemmt und die Gefahr eines serotoninergen
Syndroms besteht.
ZNS-wirksame Medikamente: Die gleichzeitige Gabe von Reductil wurde
bisher noch nicht systematisch untersucht und ist daher kontraindiziert
(siehe unter «Anwendungseinschraenkungen»).
MAO-Inhibitoren: Bei Kombination von Reductil mit MAO-Inhibitoren
oder serotonergen Antidepressiva (z.B. Clomipramin) koennen schwerwiegende
Reaktionen auftreten. Symptome eines solchen Serotonin-Syndroms,
sind z.B. Hyperthermie, Muskelhypertonie, Myoklonus, autonome Dysfunktion
(Kreislaufinstabilitaet) und Bewusstseinstoerungen.
Reductil soll weder zusammen mit MAO-Hemmern noch innerhalb von
2 Wochen nach deren Absetzen verwendet werden. Ebenso sollten MAO-Hemmer
nicht vor 2 Wochen nach Abschluss einer Therapie mit Reductil angewendet
werden.
Orale Kontrazeptiva: Reductil beeinflusst die Wirksamkeit oraler
Kontrazeptiva nicht.
Alkohol: Bei Einmalgabe von Sibutramin zusammen mit Alkohol wurde
keine zusaetzliche Beeintraechtigung der durch Alkohol verminderten
kognitiven oder psychomotorischen Leistung beobachtet. Dennoch wird
aus allgemeinen Erwaegungen waehrend der Behandlung von Alkoholgenuss
abgeraten.
Überdosierung
Zur Überdosierung von Sibutramin liegen nur sehr beschraenkte
Erfahrungen vor. Es wird kein spezielles Behandlungsschema empfohlen,
ein spezifisches Antidot steht nicht zur Verfuegung. Es sollten
allgemeine Massnahmen eingeleitet werden wie: Freihalten der Atemwege,
Überwachung der Herz-Kreislauf-Funktionen sowie allgemeine
symptomatische und unterstuetzende Massnahmen. Die fruehzeitige
Verabreichung von Aktivkohle kann die Aufnahme von Sibutramin verzoegern.
Eine Magenspuelung kann sich ebenfalls guenstig auswirken. Bei Patienten
mit erhoehtem Blutdruck oder Tachykardie kann eine vorsichtige Gabe
von Betablockern angezeigt sein.
Sonstige Hinweise
Haltbarkeit
Das Medikament darf nur bis zu dem auf dem Behaelter mit «EXP»
bezeichneten Datum verwendet werden.
Bei Raumtemperatur (15-25 °C) und vor Feuchtigkeit geschuetzt
lagern.
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