Fachinformation Viagra

Filmtabletten:Phosphodiesterase-Typ V-Inhibitor
Zusammensetzung Wirkstoff: Sildenafil.
1 Filmtablette enthaelt Sildenafilcitrat entsprechend 25 mg, 50 mg, respektive
100 mg Sildenafil.
Die abgerundeten, diamantförmigen Tabletten mit blauem Filmueberzug
enthalten als Hilfsstoffe: Cellulosum microcristallinum, Calcii hydrogenophosphas
anhydricus, Carmellosum natricum conexum, Magnesii stearas, Methylhydroxypropylcellulosum,
Titanii dioxidum (E 171), Lactosum, Triacetinum, Lacca cum Indigotinum
I (Indigocarminum, E 132)-aluminium.
Eigenschaften/Wirkungen
Viagra stellt eine neuartige orale Behandlung der erektilen Dysfunktion
dar. Auf natuerliche Weise, das heisst bei sexueller Stimulation, wird
die gestörte Erektionsfaehigkeit durch eine Steigerung des Bluteinstroms
in den Penis wiederhergestellt.
Der fuer die Erektion des Penis verantwortliche physiologische Mechanismus
schliesst die Freisetzung von Stickstoffmonoxid (NO) in den Corpora cavernosa
waehrend der sexuellen Stimulation ein. Das Stickstoffmonoxid aktiviert
das Enzym Guanylatcyclase, was zu erhöhten Konzentrationen von zyklischem
Guanosin-Monophosphat (cGMP) fuehrt. Hierdurch kommt es zu einer Relaxation
der glatten Muskulatur in den Corpora cavernosa, was den Bluteinstrom ermöglicht.
Sildenafil ist ein wirksamer Hemmstoff der cGMP-spezifischen Phosphodiesterase,
Typ 5 (PDE5) im Corpus cavernosum, wo sie fuer den Abbau von cGMP verantwortlich
ist. Viagra wirkt peripher auf die Erektion. Sildenafil uebt keinen direkten
relaxierenden Effekt auf isoliertes menschliches Corpora cavernosa-Gewebe
aus, es verstaerkt jedoch die relaxierende Wirkung von NO auf dieses Gewebe.
Wenn es unter sexueller Stimulation zur Aktivierung des NO/cGMP-Stoffwechselweges
kommt, wirkt Sildenafil hemmend auf die Phosphodiesterase PDE5 und bewirkt
dadurch einen Anstieg des cGMP-Spiegels in den Corpora cavernosa. Daher
ist eine sexuelle Stimulation nötig, damit Viagra den beabsichtigten,
guenstigen pharmakologischen Effekt entwickeln kann.
In-vitro-Studien zeigten fuer Sildenafil eine zwischen 80- bis 10 000-fach
ausgepraegtere Selektivitaet fuer PDE5 als fuer andere Phosphodiesterase-Isoenzyme
(PDE 1, 2, 3 und 4). Sildenafil hatte insbesondere eine mehr als 4000-fach
höhere Selektivitaet fuer PDE5 im Vergleich zu PDE3, dem an der Steuerung
der kardialen Kontraktilitaet beteiligten, cAMP-spezifischen Phosphodiesterase-Isoenzym.
Sildenafil hat eine 10fach höhere Selektivitaet fuer PDE5 im Vergleich
zu PDE6, die an dem Phototransduktionsprozess in der Retina beteiligt ist.
In 2 klinischen Studien wurde gezielt ueberprueft, innerhalb welchen Zeitfensters
Sildenafil auf sexuelle Stimulation eine Erektion auslösen kann. Eine
Untersuchung mittels Penis-Plethysmographie (RigiScan) bei nuechternen
Patienten zeigte, dass bei den Patienten, die eine 60%ige Rigiditaet des
Penis (die einen Geschlechtsverkehr ermöglicht) unter Sildenafil erreichten,
im Mittel innerhalb von 25 Minuten (Bereich 12-37 Minuten) die Wirkung
eintrat. In einer weiteren RigiScan-Untersuchung konnte Sildenafil noch
4-5 Stunden nach oraler Einnahme auf sexuelle Stimulation eine Erektion
auslösen.
Orale Einzeldosen von bis zu 100 mg Viagra zeigten bei gesunden Probanden
keine klinisch relevanten EKG-Veraenderungen.
Sildenafil bewirkt eine geringe und voruebergehende Reduktion des Blutdrucks,
die in den meisten Faellen keine klinisch relevanten Erscheinungen zur
Folge hat (siehe «Kontraindikationen» und «Interaktionen»).
Im Mittel betrugen die maximalen Blutdrucksenkungen im Stehen nach oraler
Einnahme von 100 mg systolisch 8,4 mmHg, diastolisch 5,5 mmHg. Diese Blutdrucksenkung
spiegelt den vasodilatatorischen Effekt von Sildenafil wieder, möglicherweise
aufgrund erhöhter cGMP-Spiegel in der glatten Gefaessmuskulatur.
Viagra uebt keinen Einfluss auf die Sehschaerfe oder das Kontrastsehen
aus. Leichte, voruebergehende Veraenderungen des Farbensehens (Blau/Gruen)
wurden bei einigen Studienteilnehmern durch den Farnsworth-Munsell 100
Farben Test 1 Stunde nach Einnahme von 100 mg beobachtet, 2 Stunden nach
Einnahme waren diese Veraenderungen nicht mehr nachweisbar. Der Mechanismus
fuer diese Veraenderung des Farbensehens steht vermutlich im Zusammenhang
mit der Hemmung von PDE6, die bei dem Phototransduktionsprozess der Retina
eine Rolle spielt (siehe «Vorsichtsmassnahmen» und «Unerwuenschte
Wirkungen»).
Pharmakokinetik
Resorption
Sildenafil wird schnell resorbiert. Die maximalen beobachteten Plasmaspiegel
werden innerhalb von 30 bis 120 Minuten (Mittelwert: 60 Minuten) nach oraler
Gabe im nuechternen Zustand erreicht. Die mittlere absolute orale Bioverfuegbarkeit
betraegt 41% (Streubreite: 25-63%). Nach oraler Einnahme von Sildenafil
nehmen AUC und Cmax dosisproportional ueber den empfohlenen Dosisbereich
(25 bis 100 mg) zu. Bei Einnahme von Viagra zusammen mit einer stark fetthaltigen
Mahlzeit ist die Absorptionsrate reduziert, die tmax verzögert sich
im Durchschnitt um 60 Minuten, waehrend die Cmax im Mittel um 29% verringert
ist.
Distribution
Das mittlere Verteilungsvolumen im Steady State (VSS) betraegt 105 l,
was auf eine Verteilung in die Gewebe hinweist. Sildenafil und sein wichtigster
im Blutkreislauf zirkulierender N-Desmethyl-Metabolit liegen beide zu rund
96% in proteingebundener Form vor. Die Proteinbindung ist unabhaengig von
der Gesamtkonzentration des Arzneimittels.
Bei gesunden Probanden wurden 90 Minuten nach Applikation von Viagra (100
mg Einmaldosis) weniger als 0,0002% (im Mittel 188 ng) der verabreichten
Menge im Ejakulat gefunden.
Metabolismus
Sildenafil wird ueberwiegend hepatisch durch die mikrosomalen Isoenzyme
CYP3A4 (Hauptweg) und CYP2C9 (Nebenweg) metabolisiert. Der wichtigste zirkulierende
Metabolit resultiert aus N-Demethylierung von Sildenafil. Das Profil der
PDE-Selektivitaet dieses Metaboliten ist aehnlich der von Sildenafil und
weist in vitro eine Hemmwirkung fuer PDE5 auf, die rund 50% derjenigen
der Stammsubstanz betraegt. Die Plasmaspiegel dieses Metaboliten betragen
rund 40% der fuer Sildenafil beobachteten Werte. Der N-Desmethyl-Metabolit
wird weiter verstoffwechselt, die terminale Halbwertszeit betraegt annaehernd
4 Stunden.
Elimination
Die totale Clearance von Sildenafil betraegt 41 l/h mit einer daraus resultierenden
terminalen Halbwertszeit von 3 bis 5 Stunden. Nach oraler oder intravenöser
Applikation wird Sildenafil weitgehend metabolisiert und in Form der Metaboliten
hauptsaechlich ueber die Faezes (rund 80% der verabreichten oralen Dosis)
und in geringerem Ausmass renal (rund 13% der verabreichten oralen Dosis)
ausgeschieden. Unveraendertes Sildenafil und sein aktiver N-Desmethyl-Metabolit
werden nur in geringen Mengen (<4% der Dosis) renal ausgeschieden.
Kinetik in besonderen klinischen Situationen
Ältere Patienten
Gesunde aeltere Probanden (65 Jahre oder aelter) zeigten eine herabgesetzte
Sildenafil-Clearance, wobei die Plasmaspiegel von Sildenafil und des aktiven
N-Desmethyl-Metaboliten ungefaehr 90% höher lagen als bei juengeren
gesunden Probanden (18 bis 45 Jahre). Aufgrund der altersabhaengigen Unterschiede
bei der Plasmaproteinbindung lag der entsprechende Anstieg der Plasmaspiegel
von freiem Sildenafil bei rund 40%.
Eine Analyse der Daten ueber die Arzneimittelsicherheit zeigte jedoch,
dass das Lebensalter keinen Einfluss auf die Inzidenz der Nebenwirkungen
hatte.
Die Herz-Kreislauf-Risiken dieses Alterskollektivs sind jedoch besonders
zu beruecksichtigen (siehe «Vorsichtsmassnahmen» und «Unerwuenschte
Wirkungen»).
Nierenfunktionsstörungen
Bei Probanden mit leichter (Kreatinin-Clearance 50-80 ml/min) bis maeßiger
(Kreatinin-Clearance = 30-49 ml/min) Nierenfunktionsstörung war die
Pharmakokinetik von Sildenafil nach einer oralen Einzeldosis von 50 mg
unveraendert. Die mittleren Werte fuer AUC und Cmax des N-Desmethyl-Metaboliten
stiegen um 126% bzw. 73% im Vergleich zu Probanden gleichen Alters mit
nicht eingeschraenkter Nierenfunktion. Aufgrund der hohen interindividuellen
Variabilitaet waren diese Unterschiede nicht statistisch signifikant. Bei
Probanden mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance <30
ml/min) war die Clearance von Sildenafil herabgesetzt und resultierte in
Erhöhungen von AUC (100%) und Cmax (88%) im Vergleich zu Probanden
gleichen Alters mit nicht eingeschraenkter Nierenfunktion. Zusaetzlich
waren die AUC (79%) und Cmax (200%) des N-Desmethyl-Metaboliten signifikant
erhöht.
Leberfunktionsstörungen
Bei Probanden mit leichter bis maessiger Leberzirrhose (Child-Pugh A und
B) war die Clearance des verabreichten Sildenafil herabgesetzt, was zu
Erhöhungen von AUC (84%) und Cmax (47%) im Vergleich zu Probanden
gleichen Alters mit nicht eingeschraenkter Leberfunktion fuehrte. Die Pharmakokinetik
von Sildenafil bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung wurde
nicht untersucht (siehe «Vorsichtsmassnahmen»).
Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten
Belegte Indikationen
Viagra ist angezeigt zur Behandlung der erektilen Dysfunktion.
Viagra kann nur wirken, wenn eine sexuelle Stimulation vorliegt.
Fuer die Behandlung von Frauen ist Viagra nicht indiziert.
Dosierung/Anwendung
Allgemeine Dosierungsempfehlungen
Die empfohlene Dosis betraegt 50 mg. Sie ist bei Bedarf ungefaehr eine
Stunde vor dem Geschlechtsverkehr einzunehmen. Entsprechend der Wirksamkeit
und Vertraeglichkeit kann die Dosis auf 100 mg erhöht oder auf 25
mg verringert werden. Die empfohlene Maximaldosis betraegt 100 mg. Die
Einnahme soll nicht haeufiger als einmal taeglich erfolgen. Wenn Viagra
zusammen mit Nahrung eingenommen wird, kann der Wirkungseintritt im Vergleich
zur Nuechterneinnahme verzögert sein (siehe «Pharmakokinetik
- Resorption»).
Spezielle Dosierungsanweisungen
Anwendung bei Kindern
Viagra ist nicht fuer die Anwendung bei Personen unter 18 Jahren angezeigt.
Anwendung bei aelteren Patienten
Da die Clearance von Sildenafil bei aelteren Patienten reduziert ist,
soll eine Initialdosis von 25 mg angewendet werden (Siehe «Pharmakokinetik»).
Unter Beruecksichtigung der Wirksamkeit und Vertraeglichkeit kann die Dosis
auf 50 mg und 100 mg gesteigert werden.
Anwendung bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung
Die Dosierungsempfehlungen unter «Allgemeine Dosierungsempfehlung» gelten
auch fuer Patienten mit leichter bis maessiger Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance
= 30 bis 80 ml/min).
Da die Clearance von Sildenafil bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz
(Kreatinin Clearance <30 ml/min) reduziert ist, soll eine Initialdosis
von 25 mg in Betracht gezogen werden. Unter Beruecksichtigung der Wirksamkeit
und Vertraeglichkeit kann die Dosis auf 50 mg und 100 mg gesteigert werden.
Anwendung bei Patienten mit Leberfunktionsstörung
Da die Clearance von Sildenafil bei Patienten mit Leberfunktionsstörung
(z.B. Zirrhose) herabgesetzt ist, ist eine Initialdosis von 2 5mg zu waehlen.
Unter Beruecksichtigung der Wirksamkeit und Vertraeglichkeit kann die Dosis
auf 50 mg und 100 mg gesteigert werden. Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung
sind nicht untersucht worden.
Anwendung bei Patienten, die mit anderen Medikamenten behandelt werden
Die gleichzeitige Behandlung von Sildenafil und Ritonavir wird nicht empfohlen
(Siehe «Vorsichtsmassnahmen» und «Interaktionen - Wirkung
anderer Arzneimittel auf Viagra»). Wenn jedoch eine Behandlung mit
Viagra fuer einen Patienten unter Ritonavir unumgaenglich ist, darf die
Maximaldosis von Viagra 25 mg pro 48 Stunden nicht uebersteigen.
Patienten, die gleichzeitig mit einem CYP3A4 Hemmer (Z.B. Erythromycin,
Saquinavir, Ketoconazole, Itraconazole), ausgenommen mit Ritonavir (siehe
oben), therapiert werden, sollten initial mit 25 mg Viagra behandelt werden
(Siehe «Vorsichtsmassnahmen» und «Interaktionen - Wirkung
anderer Arzneimittel auf Viagra»).
Korrekte Art der Einnahme
Viagra Filmtabletten sind zur oralen Einnahme bestimmt. Die Filmtablette
ist ungefaehr eine Stunde vor dem Geschlechtsverkehr einzunehmen.
Anwendungseinschraenkungen
Kontraindikationen
Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen
der Inhaltsstoffe ist Viagra kontraindiziert.
Entsprechend seiner pharmakologischen Wirkung auf den Stickstoffmonoxid/cGMP-Stoffwechselweg
(siehe «Eigenschaften/Wirkungen») konnte gezeigt werden, dass
Viagra den blutdrucksenkenden Effekt von Nitraten potenziert. Daher ist
die Verabreichung an Patienten, welche Stickstoffmonoxid-Donatoren (z.B.
Molsidomin, andere Koronarvasodilatoren mit Nitroverbindungen bzw. Nitrat
in jeglicher Form) anwenden, absolut kontraindiziert (siehe «Interaktionen»).
Patienten sind zudem eindeutig zu informieren, dass sie illegal vertriebene
Nitrate, die sog. «Poppers» (Amylnitrit), oder andere Nitrate
auf keinen Fall waehrend der Therapie mit Viagra anwenden duerfen.
Patienten, die akute kardiovaskulaere Ereignisse erleiden, duerfen nicht
mit Nitraten behandelt werden, wenn sie Viagra eingenommen haben oder eingenommen
haben könnten, da schwere lebensbedrohliche Hypotonien auftreten können.
Obwohl die Sildenafil Plasmakonzentrationen 24 h nach Viagra-Einnahme weit
unter der maximalen Plasmakonzentration liegen, ist es nicht bekannt, ob
Nitrate 24 h nach einer Viagra-Einnahme sicher verabreicht werden können.
Es ist nicht bekannt, wann bei Bedarf Nitrate nach einer Viagra-Einnahme
sicher verabreicht werden können. Wenn gesunde Probanden eine Einmaldosis
von 100 mg Sildenafil einnehmen, liegt die Plasmakonzentration von Sildenafil,
als Folge der pharmakokinetischen Eigenschaften, 24 h nach Einnahme bei
ungefaehr 2 ng/ml (Im Vergleich dazu liegen die maximalen Plasmakonzentrationen
bei ungefaehr 440 ng/ml). Bei aelteren Patienten (>65 J.), bei Patienten
mit einer Leberfunktionsstörung (z.B. Zirrhose), bei Patienten mit
einer schweren Nierenfunktionsstörung (z.B. Kreatinin Clearance <30
ml/min) und bei Patienten, die gleichzeitig potente Cytochrom P450 3A4
Hemmer (z.B. Erythromycin) einnehmen, lagen die Sildenafil Plasmakonzentratione
24 h nach Sildenafil-Einnahme 3 bis 8 mal höher als bei gesunden Probanden.
Obwohl die Plasmakonzentrationen von Sildenafil 24 h nach Sildenafil-Einnahme
weit unter der maximalen Plasmakonzentration liegen, ist es nicht bekannt,
ob zu diesem Zeitpunkt Nitrate sicher verabreicht werden können.
Der Patient ist vom verschreibenden Arzt entsprechend zu informieren (siehe «Interaktionen»).
Vorsichtsmassnahmen
Bevor eine medikamentöse Therapie in Betracht gezogen wird, sollte
die Diagnose einer erektilen Dysfunktion gestellt und zugrunde liegende
Ursachen mittels Anamnese und körperlicher Untersuchung ermittelt
werden.
Mittel zur Behandlung der erektilen Dysfunktion wie auch Sildenafil sind
bei Patienten, denen von sexueller Aktivitaet abzuraten ist (z.B. Patienten
mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie instabiler Angina pectoris
oder schwerer Herzinsuffizienz), nicht anzuwenden.
Vor dem Beginn jeglicher Behandlung einer erektilen Dysfunktion sollten
die behandelnden Ärzte, den kardiovaskulaeren Status ihrer Patienten
beruecksichtigen, da mit sexueller Aktivitaet ein gewisses kardiales Risiko
einhergeht (Siehe «Unerwuenschte Wirkungen - Post Marketing Erfahrungen»).
Aufgrund seiner vasodilatatorischen Eigenschaften bewirkt Sildenafil eine
leichte und voruebergehende Blutdrucksenkung (siehe «Eigenschaften/Wirkungen»)
und verstaerkt somit die blutdrucksenkende Wirkung von Nitraten (siehe «Kontraindikationen»).
Patienten zum Beispiel, die vor Kurzem einen Hirnschlag oder Myokardinfarkt
erlitten hatten, sollen Sildenafil nur anwenden, wenn der verschreibende
Arzt die Wiederaufnahme der sexuellen Aktivitaet fuer angemessen erachtet.
In klinischen Studien zeigte sich, dass Sildenafil systemisch vasodilatatorische
Eigenschaften besitzt, die zu einem voruebergehenden Blutdruckabfall fuehren.
Bei den meisten Patienten hat dieser Blutdruckabfall nur geringe Folgen.
Vor der Verschreibung von Sildenafil sollten sich die Ärzte jedoch
sorgfaeltig ueberlegen, ob ihre Patienten mit bestimmten Grunderkrankungen
durch diese vasodilatatorische Wirkung beeintraechtigt werden könnten,
insbesondere im Zusammenhang mit sexueller Aktivitaet. Zu Patienten mit
erhöhter Empfindlichkeit gegenueber gefaesserweiternden Substanzen
gehören Patienten mit links ventrikulaerer Abflussbehinderung (z.B.
Aortenstenose, hypertropher obstruktiver Kardiomyopathie,) oder Patienten
mit dem seltenen Syndrom der Multisystematrophie, das sich in einer schweren
Störung der autonomen Blutdruckkontrolle manifestiert. Bei Patienten
mit hypertropher obstruktiver Kardiomyopathie wurde die Anwendung von Vasodilatatoren
mit schwerwiegenden Folgen in Verbindung gebracht.
Da die Sicherheit von Sildenafil bei den folgenden Patientengruppen nicht
untersucht worden ist (in klinischen Studien nicht eingeschlossen), wird
die Anwendung von Sildenafil bei diesen Patienten nich empfohlen: Schwere
Leberinsuffizienz, Hypotonie (Blutdruck <90/50 mmHg), unkontrollierte
Hypertonie (Blutdruck >170/110 mmHg), Patienten mit kuerzlich erlittenem
Schlaganfall oder Herzinfarkt, Patienten mit schwerer kardiovaskulaerer
Erkrankung wie zum Beispiel schwere Herzinsuffizienz, instabile Angina
pectoris oder lebensbedrohliche Rhythmusstörungen (fuer kardiovaskulaere
Effekte von Sildenafil siehe «Eigenschaften/Wirkungen») sowie
mit bekannter erblich bedingter degenerativer Retinaerkrankung wie beispielsweise
Retinitis pigmentosa (eine Minderheit dieser Patienten hat eine genetisch
bedingte Störung der retinalen Phosphodiesterasen).
Die Behandlung einer erektilen Dysfunktion sollte dann mit Vorsicht erfolgen,
wenn anatomische Penismissbildungen wie Angulation, Fibrose im Bereich
der Corpora cavernosa oder die Peyronie Krankheit vorliegen sowie bei Patienten
mit fuer Priapismus praedisponierenden Erkrankungen (wie Sichelzellanaemie,
Multiples Myelom, Leukaemie).
Es liegen keine Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit von Viagra in Kombination
mit anderen Verfahren fuer die Behandlung einer erektilen Dysfunktion vor.
Die Anwendung solcher Kombinationsbehandlungen wird daher abgeraten (siehe «Kontraindikationen»).
Es wird abgeraten, gleichzeitig Sildenafil und Ritonavir einzunehmen (Siehe «Interaktionen
- Wirkung anderer Arzneimittel auf Viagra»).
Viagra veraendert die Blutungszeit nicht, auch nicht bei gleichzeitiger
Gabe von Aspirin. In vitro Studien an menschlichen Thrombozyten haben jedoch
Hinweise darauf erbracht, dass Sildenafil die antiaggregatorische Wirkung
von Nitroprussid-Natrium (einem Stickstoffmonoxid-Donator) verstaerkt.
Es liegen keine Daten ueber die Verabreichung von Viagra an Patienten
mit Blutgerinnungsstörungen oder aktiven peptischen Ulzera vor. Daher
sollte die Gabe von Viagra an diese Patienten nur nach sorgfaeltiger Nutzen-Risiko-Abwaegung
erfolgen.
Verkehrstuechtigkeit und Bedienen von Maschinen
Da in klinischen Studien unter Sildenafil Schwindel und teilweise laengerdauernde
Sehstörungen gelegentlich aufgetreten sind, sollten die Patienten
wissen, wie sie auf Viagra reagieren, bevor sie ein Fahrzeug lenken oder
Maschinen bedienen. Dies ist auch bei Taetigkeiten, die eine praezise Farbenunterscheidung
erfordern, zu beruecksichtigen.
Schwangerschaft/Stillzeit
Schwangerschafts-Kategorie B.
Fuer die Behandlung von Frauen ist Viagra nicht indiziert.
In Reproduktionsstudien bei Ratten und Kaninchen wurden nach oraler Sildenafil-Applikation
keine teratogenen Effekte, Beeintraechtigung der Fertilitaet oder unerwuenschte
Wirkungen auf die peri-/postnatale Entwicklung der Nachkommen festgestellt.
Adequate und gut kontrollierte Studien mit schwangeren oder stillenden
Frauen fehlen.
Bei der Verabreichung einer oralen Einmaldosis von Viagra (100 mg) an
gesunde Probanden wurden keine Veraenderungen von Motilitaet oder Morphologie
der Spermien festgestellt.
Unerwuenschte Wirkungen
Viagra wurde in weltweit durchgefuehrten klinischen Studien an mehr als
3700 Patienten (Alter 19 bis 87 Jahre) verabreicht. Mehr als 550 Patienten
erhielten Viagra laenger als ein Jahr.
In plazebokontrollierten Studien entsprach die Abbruchrate aufgrund von
Nebenwirkungen derjenigen in der Plazebogruppe. Die Nebenwirkungen waren
zumeist voruebergehend und leicht bis mittelschwer.
In allen Studien war das von den Patienten berichtete Nebenwirkungsprofil
unter Viagra aehnlich. Die Inzidenz und der Schweregrad der Nebenwirkungen
nahm mit steigender Dosis zu. Die Art der Nebenwirkungen in Studien mit
flexibler Dosierung, die der empfohlenen Dosierung viel aehnlicher sind,
entsprach jener in Studien mit festgelegter Dosierung.
In Placebo kontrollierten, klinischen Studien mit flexibler Dosierung
wurden die folgenden unerwuenschten Wirkungen gemeldet, wenn Viagra wie
empfohlen (nach Bedarf) eingenommen wurde:
----------------------------------------------------
% Patienten mit gemeldeten NW
----------------------------------------------------
Nebenwirkungen Viagra Placebo
N = 734 N = 725
----------------------------------------------------
Kopfschmerzen 16% 4%
Flush -10% 1%
Dyspepsie 7% 2%
Verstopfte Nase 4% 2%
Harnwegsinfektion 3% 2%
Sehstörungen* 3% 0%
Diarrhoe 3% 1%
Schwindel 2% 1%
Hautausschlag 2% 1%
----------------------------------------------------
* Sehstörung*: leicht und voruebergehend, hauptsaechlich Störungen
des Farbensehens, aber auch staerkere Lichtempfindlichkeit oder unscharfes
Sehen. In diesen Studien kam es wegen Sehstörungen nur bei einem Patienten
zum Therapieabbruch.
Weitere Nebenwirkungen, die unter Viagra mit einer Haeufigkeit von >2%,
jedoch gleich haeufig wie unter Placebo, aufgetreten sind: Atemweginfektion,
Rueckenschmerzen, Grippe und Arthralgie.
Bei höheren als den empfohlenen Dosierungen wurden aehnliche Nebenwirkungen
beobachtet, allerdings mit höherer Inzidenz.
In kontrollierten, klinischen Studien traten zusaetzlich bei <2% der
Patienten die folgenden Ereignisse auf. Ein Kausalzusammenhang mit Viagra
ist nicht sicher. Die beschriebenen Ereignisse schliessen Ereignisse mit
plausibler Beziehung zur Medikamenteneinnahme ein. Unbedeutende Ereignisse
und Ereignisse, die aufgrund der zu ungenauen Beschreibung nicht beurteilbar
sind, sind nicht aufgefuehrt:
Körper als Ganzes: Gesichtsödem, Lichtempfindlichkeit, Schock,
Asthenie, Schmerzen, Schuettelfrost, Sturz, Bauchschmerzen, allergische
Reaktionen, Brustschmerzen, Verletzung.
Herzkreislauf: Angina pectoris, AV-Block, Migraene, Synkope, Tachykardie,
Palpitation, Hypotonie, Orthostase, Myokardischaemie, akuter haemorrhagischer
und nicht-haemorrhagischer Schlaganfall, Herzstillstand, Herzinsuffizienz,
abnormes EKG, Kardiomyopathie.
Verdauungstrakt: Erbrechen, Glossitis, Colitis, Dysphagie, Gastritis,
Gastroenteritis, Ösophagitis,Stomatitis, trockener Mund, pathologische
Leberfunktionsparameter, rektale Haemorrhagie, Gingivitis.
Blut und Lymphsystem: Anaemie, Leukopenie.
Stoffwechsel und Ernaehrung: Durst, Ödem, Gicht, instabiler Diabetes,
Hyperglykaemie, peripheres Ödem, Hyperurikaemie, hypoglykaemische
Reaktion, Hypernatriaemie.
Bewegungsapparat: Arthritis, Arthrose, Myalgie, Sehnenriss, Sehnenscheidenentzuendung,
Knochenschmerzen, Myasthenie, Synovitis. Muskelschmerzen wurden bei Patienten
beschrieben, die Sildenafil haeufiger als empfohlen eingenommen hatten.
Nervensystem: Ataxie, Hypertonie, Neuralgie, Neuropathie, Paraesthesie,
Tremor, Vertigo, Depression, Schlaflosigkeit, Schlaefrigkeit, abnorme Traeume,
abgeschwaechte Reflexe, Hypaesthesie.
Atemwege: Asthma, Dyspnoe, Laryngitis, Pharyngitis, Sinusitis, Bronchitis,
vermehrtes Sputum, verstaerkter Husten.
Haut und Hautanhangsorgane: Urtikaria, Herpes simplex, Pruritus, Schwitzen,
Hautulkus, Kontaktdermatitis, Exfoliative Dermatitis.
Sinnesorgane: Mydriase, Konjunktivitis, Photophobie, Tinnitus, Augenschmerzen,
Taubheit, Ohrenschmerzen, Blutungen im Auge, Katarakt, trockene Augen.
Urogenitaltrakt: Zystitis, naechtliches Wasserlassen, vermehrtes Wasserlassen,
Gynaekomastie, Harn-Inkontinenz, abnorme Ejakulation, genitales Ödem,
Anorgasmie.
Post Marketing Erfahrungen
Die Daten aus den Post Marketing Erfahrungen beschreiben die weltweit
spontan gemeldeten, in der Literatur beschriebenen und von den Behörden
gemeldeten unerwuenschten Wirkungen. Die Post Marketing Erfahrungen erfassen
unerwuenschte und unerwartete Ereignisse, die, unabhaengig von ihrer Kausalitaet,
nach der Einnahme von Viagra aufgetreten sind.
Herzkreislauf: Selten sind akute Myokardinfarkte bei Patienten beschrieben
worden, denen Viagra verschrieben worden ist. Die meisten, aber nicht alle
dieser Patienten hatten vorbestehende kardiovaskulaere Risikofaktoren.
Viele dieser Ereignisse traten waehrend oder kurz nach der sexuellen Aktivitaet
auf. Vereinzelt wurden Ereignisse beschrieben, die kurz nach der Einnahme
von Viagra ohne sexuelle Aktivitaet aufgetreten waren. Selten sind im Zusammenhang
mit Viagra Apoplexien beschrieben worden. Bis heute konnte aufgrund der
beschraenkten Erfahrungen mit solchen Ereignissen kein direkter Kausalzusammenhang
mit der Einnahme von Viagra nachgewiesen werden. Zudem konnte anhand der
kontrollierten klinischen Studien, in denen Patienten ohne akute oder schwere
kardiovaskulaere Risikofaktoren eingeschlossen waren (kardiovaskulaere
Ausschlusskriterien: Hypotonie (Blutdruck <90/50 mmHg) unkontrollierte
Hypertonie (Blutdruck >170/110 mmHg), Patienten mit kuerzlich erlittenem
Schlaganfall oder Herzinfarkt, Patienten mit schwerer kardiovaskulaerer
Erkrankung wie zum Beispiel schwere Herzinsuffizienz, instabile Angina
pectoris oder lebensbedrohliche Rhythmusstörungen), gezeigt werden,
dass die Inzidenz der Todesfaelle und der Myokardinfarkte bei Patienten
unter Viagra gleich hoch ist wie bei Patienten ohne Viagra (das heisst
mit Placebo behandelt werden). (Fuer weitere wichtige kardiovaskulaere
Informationen siehe «Vorsichtsmassnahmen»)
Weitere Ereignisse
Die untenstehenden Ereignisse wurden in zeitlichem Zusammenhang mit Viagra
als Post Marketing Erfahrungen beschrieben und sind im vorangehenden Abschnitt
ueber die Unerwuenschten Wirkungen (Prae-Marketing) nicht enthalten.
Nervensystem: Einzelfaelle von cerebralen Krampfanfaellen.
Urogenitaltrakt: Vereinzelte Faelle von verlaengerter Erektion und/oder
Priapismus (Siehe «Vorsichtsmassnahmen»). Priapismus stellt
einen urologischen Notfall dar. Patienten sollen angewiesen werden, bei
Erektionen, die laenger als 4 Stunden dauern, unverzueglich einen Arzt
aufzusuchen, da eine prolongierte Erektion zu irreparabler Impotenz fuehren
kann.
Augen: Vereinzelte Faelle mit prolongierten Sehstörungen (mehrere
Stunden) oder mit reversiblem Verlust/Abnahme des Sehvermögens.
Augenschmerzen, Augenrötung/blutunterlaufene Augen.
Atemwege: Im Rahmen der Post-Marketing Erfahrungen wurden vereinzelt Faelle
von Rhinitis gemeldet.
Interaktionen
Wirkungen von Viagra auf andere Arzneimittel
In vitro Studien
Sildenafil ist ein schwacher Hemmer der Cytochrom P450-Isoenzyme 1A2,
2C9, 2C19, 2D6, 2E1 und 3A4 (IC50 >150 µM). Nachdem die maximalen
Plasmaspiegel von Sildenafil nach empfohlener Dosierung bei etwa 1 µM
liegen, erscheint es unwahrscheinlich, dass Viagra die Clearance von Substraten
dieser Isoenzyme veraendert.
Es liegen keine Daten hinsichtlich Wechselwirkungen zwischen Sildenafil
und unspezifischen Phosphodiesterase-Inhibitoren wie Theophyllin oder Dipyridamol
vor.
In vivo Studien
Entsprechend seiner pharmakologischen Wirkung auf den Stickstoffmonoxid-cGMP-Stoffwechsel
(siehe «Eigenschaften/Wirkungen») konnte gezeigt werden, dass
Sildenafil den blutdrucksenkenden Effekt von Nitraten verstaerkt. Daher
ist die gleichzeitige Gabe von Viagra mit jeglichen Nitraten oder Stickstoffmonoxid-Donatoren
inkl. Molsidomin kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen»).
Bei Patienten mit stabiler Angina pectoris, die im Rahmen von Studien eine
Stunde nach Sildenafil Einnahme Nitroglycerin (Glyceroltrinitrat) eingenommen
haben, kam es unmittelbar nach der Nitroglycerin Einnahme zu einer klinisch
signifikanten Blutdruckabnahme im Vergleich zu Patienten mit alleiniger
Nitroglycerin Behandlung. Diese Interaktion dauerte ungefaehr zwei Stunden
an. Die Auswirkung einer Nitroglycerin Einnahme mehr als eine Stunde nach
Sildenafil Einnahme ist nicht untersucht worden. Bei Angina pectoris Patienten,
die unter einer Isosorbidmononitrat (ISMN) Dauertherapie gut eingestellt
waren, bewirkte die Sildenafil Einnahme einen klinisch signifikanten Blutdruckabfall
im Vergleich zu Patienten mit alleiniger ISMN Therapie. Diese Wirkung war
ungefaehr eine Stunde nach Sildenafil Einnahme am grössten und war
auch noch 6 Stunden nach Einnahme vorhanden.
Bei gepoolter Analyse der Patientengruppe, die eine antihypertensive Medikation
mit folgenden Substanzklassen: Diuretika: b-Rezeptorenblocker, ACE-Hemmer,
Angiotensin-II-Antagonisten, andere Antihypertensiva (direkte Vasodilatatoren
und zentral wirksame Antihypertensiva), Ganglienblocker, Ca-Antagonisten
und Alpha-Rezeptorenblocker erhielten, ergab sich kein Unterschied des
Nebenwirkungsprofils bei den Patienten, die zusaetzlich zu dieser Medikation
Sildenafil oder Plazebo erhielten (Siehe «Interaktionen - Post-Marketing
Erfahrungen»).
In einer gezielten Interaktionsstudie erhielten Hypertoniker Sildenafil
(100 mg) zusammen mit Amlodipin. Es zeigte sich eine zusaetzliche Senkung
des Blutdrucks im Liegen um systolisch 8 mm Hg und diastolisch um 7 mm
Hg. Das Ausmass dieser zusaetzlichen Blutdrucksenkung war aehnlich der
Blutdrucksenkung, die beobachtet wurde nach alleiniger Gabe von Sildenafil
an gesunde Probanden (siehe «Eigenschaften/Wirkungen»).
In klinischen Interaktionsstudien wurden bei gleichzeitiger Gabe von Sildenafil
(50 mg) keine signifikanten Wechselwirkungen mit Tolbutamid (250 mg) und
keine klinisch signifikanten Wechselwirkungen mit Warfarin (40 mg) gezeigt,
die beide durch CYP2C9 verstoffwechselt werden.
Fuer die in der Schweiz vertriebene Phenprocoumon oder Acenocoumarol liegen
keine Daten vor. Die Antikoagulation muss deshalb bei der Komedikation
mit Viagra engmaschig ueberwacht werden.
Viagra (50 mg) verstaerkte die durch Aspirin (150 mg) bewirkte Verlaengerung
der Blutungszeit nicht.
Die blutdrucksenkende Wirkung von Alkohol bei gesunden Probanden mit im
Mittel maximalen Blutalkoholspiegeln von 80 mg/dl wurde durch Viagra (50
mg) nicht verstaerkt.
Sildenafil (100 mg) beeinflusste die Steady State - Pharmakokinetik der
HIV Protease Inhibitoren Saquinavir und Ritonavir, beides CYP3A4 Substrate,
nicht.
Wirkungen anderer Arzneimittel auf Viagra
In vitro Studien
Der Sildenafil-Metabolismus wird grundsaetzlich durch die Cytochrom P450
(CYP) Isoenzyme 3A4 (Hauptweg) und 2C9 (Nebenweg) vermittelt. Die Sildenafil-Clearance
kann folglich durch Hemmer dieser Isoenzyme herabgesetzt werden.
In vivo Studien
Die gleichzeitige Verabreichung von Sildenafil (50 mg) und Cimetidin (800
mg), ein Cytochrom P450 Hemmer und ein unspezifischer CYP3A4 Hemmer, an
gesunde Probanden bewirkte eine 56%ige Erhöhung der Sildenafil-Plasmaspiegel.
Populations Daten von Patienten aus klinischen Studien weisen darauf hin,
dass die Sildenafil Clearance bei Komedikation mit CYP3A4 Inhibitoren (wie
zum Beispiel Ketokonazol, Erythromycin oder Cimetidin) reduziert ist.
Bei Patienten, die waehrend fuenf Tagen mit zweimal taeglich 500mg Erythromycin,
ein spezifischer CYP3A4 Hemmer, behandelt worden sind (steady state), kam
es nach einmaliger Einnahme von 100 mg Sildenafil zu einem 2,8fachen Anstieg
der systemischen Exposition von Sildenafil (AUC).
Bei gesunden maennlichen Freiwilligen konnte ein signifikanter Einfluss
von Azithromycin (500 mg taeglich ueber 3 Tage) auf die AUC, Cmax, Tmax,
Eliminationsrate oder die sich daraus ergebende Halbwertszeit von Sildenafil
oder seinem Hauptmetaboliten nicht nachgewiesen werden.
Zudem bewirkte die Komedikation von Viagra (Einmaldosis 100 mg) mit dem
HIV Protease Inhibitor Saquinavir im Steady State (1200 mg 3×/d),
auch ein CYP3A4 Inhibitor, einen 2,4-fachen Anstieg der Cmax und einen
3,1-fachen Anstieg der AUC von Sildenafil. Viagra hatte keine Wirkung auf
die Pharmakokinetik von Saquinavir (Siehe «Dosierung/Anwendung»).
Man kann davon ausgehen, dass staerkere CYP3A4 Inhibitoren wie Ketokonazol
oder Itrakonazol eine noch grössere Wirkung auf die Pharmakokinetik
von Sildenafil haben. Zum Beispiel wurde in einer nicht kontrollierten
Studie bei 6 HIV-positiven Patienten, die mit Indinavir (800 mg/d) im Steady
State behandelt wurden, nach Verabreichung einer Einmaldosis Viagra (25
mg) ein 4,4-facher Anstieg der Sildenafil-Plasmakonzentration (AUC) beobachtet.
Die Komedikation von Viagra (Einmaldosis 100 mg) mit dem HIV Protease
Inhibitor Ritonavir im Steady State (500 mg 2×/d), einem hoch wirksamen
P450 Inhibitor, fuehrte zu einem 4-fachen Anstieg der Cmax und einem 11-fachen
Anstieg der Plasma AUC von Sildenafil. Nach 24 Stunden lagen die Plasmakonzentrationen
von Sildenafil immer noch ungefaehr bei 200 ng/ml, verglichen mit ungefaehr
5 ng/ml bei alleiniger Verabreichung von Sildenafil. Diese Beobachtung
ist konsistent mit der ausgepraegten Wirkung von Ritonavir auf eine grosse
Auswahl von P450 Substraten. Viagra hatte keine Wirkung auf die Pharmakokinetik
von Ritonavir (Siehe «Dosierung/Anwendung»).
Es kann erwartet werden, dass auch andere Inhibitoren von CYP450 3A4 eine
Verringerung der Clearance von Sildenafil verursachen könnten. Daher
ist bei der gleichzeitigen Verabreichung von Medikamenten, die den Metabolismus
von Sildenafil durch CYP 450 3A4 hemmen, grundsaetzlich Vorsicht geboten.
Bei gleichzeitiger Verabreichung von Sildenafil und CYP3A4 Inhibitoren
sollte eine Anfangsdosis von 25 mg in Erwaegung gezogen werden.
Grapfruit Juice kann als ein schwacher CYP3A4 Inhibitor des Metabolismus
in der Darmwand einen leichten Anstieg der Sildenafil Plasmakonzentrationen
hervorrufen.
Man kann davon ausgehen, dass die Sildenafil Plasmakonzentration unter
Komedikation mit einem CYP3A4 Induktor, wie z.B. Rifampicin, abnimmt.
Die Bioverfuegbarkeit von Viagra wurde durch einzelne Dosen eines Antazidums
(Magnesiumhydroxid/Aluminiumhydroxid) nicht beeinflusst.
Obwohl spezifische Interaktionsstudien nicht fuer alle Arzneimittel durchgefuehrt
wurden, erbrachte die Analyse pharmakokinetischer Daten aus den durchgefuehrten
klinischen Studien keine Veraenderungen der pharmakokinetischen Parameter
von Sildenafil bei gleichzeitiger Gabe von CYP2C9-Inhibitoren (wie Tolbutamid,
Warfarin, Phenytoin), CYP2D6-Inhibitoren (wie selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern,
trizyklischen Antidepressiva), Thiazid- und aehnlichen Diuretika, Schleifen-
und kaliumsparenden Diuretika, ACE-Hemmstoffen, Ca-Antagonisten, b-Rezeptor-Antagonisten
oder Substanzen, die den CYP450 Stoffwechsel induzieren (wie Rifampicin,
Barbituraten).
Post-Marketing Erfahrungen
Die Daten aus den Post Marketing Erfahrungen beschreiben die weltweit
spontan gemeldeten, in der Literatur beschriebenen und von den Behörden
gemeldeten unerwuenschten Wirkungen. Die Post Marketing Erfahrungen erfassen
unerwuenschte und unerwartete Ereignisse, die, unabhaengig von ihrer Kausalitaet,
nach der Einnahme von Viagra aufgetreten sind.
Einzelfaelle von Interaktionen mit Warfarin (verlaengerte Prothrombinzeit)
wurden im Rahmen der Post-Marketing-Erfahrungen gemeldet. In einer klinischen
Interaktionsstudie wurden bei gleichzeitiger Gabe von Sildenafil (50 mg)
und Warfarin (40 mg) keine klinisch signifikanten Wechselwirkungen beobachtet
(Siehe «Interaktionen - Wirkungen von Viagra auf andere Arzneimittel»).
Sehr selten sind Hypotonien bei gleichzeitiger Therapie mit AT-II-Antagonisten,
postsynaptischen alpha-Blockern oder ACE-Hemmern im Rahmen der Post-Marketing-Erfahrung
beschrieben worden. In diesen Faellen ist es nicht klar, ob die gemeldeten
unerwuenschten Wirkungen alleine auf die Einnahme von Viagra, auf eine
mögliche Medikamenten-Interaktion zwischen Viagra und den gleichzeitig
verabreichten Antihypertensiva, auf die vorbestehende kardiovaskulaere
Erkrankung oder auf die Verschlechterung der zugrundeliegenden kardiovaskulaeren
Erkrankung zurueckzufuehren ist. Die Auswertungen der Vertraeglichkeitsdaten
von klinischen Studien (siehe Ausschlusskriterien fuer Studienteilnahme
unter «Vorsichtsmassnahmen») zeigten jedoch, dass das Vertraeglichkeitsprofil
der mit Viagra behandelten Patienten, die Antihypertensiva einnahmen, sich
nicht wesentlich von demjenigen der Patienten ohne Antihypertensiva unterscheidet
(Siehe «Interaktionen»).
Überdosierung
In Studien erhielten gesunde Probanden Einmaldosen bis zu 800 mg, die
hierbei beobachteten Nebenwirkungen waren aehnlich wie die bei niedrigeren
Dosen, lediglich die Inzidenz und Schweregrad war erhöht. Dosierungen
von 200 mg fuehrten nicht zu einer staerkeren Wirksamkeit, jedoch zu einem
Anstieg der Inzidenz von Nebenwirkungen (Kopfschmerz, Flush, Schwindel,
Dyspepsie, Verstopfung der Nase, Sehstörungen).
In Faellen einer Überdosierung sollten je nach Bedarf standardmaessige
unterstuetzende Massnahmen eingeleitet werden. Da Sildenafil in hohem Masse
proteingebunden vorliegt und renal nicht eliminiert wird, ist durch eine
Dialyse keine Beschleunigung der Clearance zu erwarten.
Sonstige Hinweise
Aufbewahrung
Viagra muss ausserhalb der Reichweite von Kindern in der Originalpackung, vor Feuchtigkeit geschuetzt und bei Raumtemperatur (15-25 °C) aufbewahrt werden.
Haltbarkeit
Die Filmtabletten können bis zu dem auf der Packung mit «Exp.» bezeichneten
Verfalldatum verwendet werden.
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