Fachinformation
Xenical
ZusammensetzungWirkstoff: Orlistat.
Hilfsstoffe: Color.: E 132; excip. pro caps.
Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit
Kapseln zu 120 mg.
Hartkapsel: Türkisfarbene Kappe und türkisfarbener Boden mit
dem Aufdruck «Roche Xenical120».
Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten
Xenical ist in Verbindung mit einer leicht hypokalorischen Ernährungsweise
zur Behandlung von adipösen Patienten mit einem Körpermasseindex
(Body Mass Index - BMI) von ³ 30 kg/m² oder von übergewichtigen
Patienten (BMI ³ 28 kg/m²) mit begleitenden Risikofaktoren wie
Typ-2-Diabetes, Hyperlipidämie und Hypertonie angezeigt.
Bei nichtdiabetischen Patienten sollte die Behandlung mit Orlistat nur
dann begonnen werden, wenn zuvor mit einer Diät allein ein Gewichtsverlust
von mindestens 2,5 kg über einen Zeitraum von 4 aufeinanderfolgenden
Wochen erreicht werden konnte. Die Behandlung mit Orlistat sollte nach
12 Wochen abgebrochen werden, wenn der Gewichtsverlust nicht mindestens
-5% des Körpergewichts zu Beginn der Medikation beträgt.
Dosierung/Anwendung
Die empfohlene Dosis von Xenical ist eine Kapsel zu 120 mg zu jeder Hauptmahlzeit
(unmittelbar vor, während oder bis zu einer Stunde nach dem Essen).
Falls eine Mahlzeit nicht eingenommen wird oder kein Fett enthält,
sollte auf die jeweilige Einnahme von Xenical verzichtet werden.
Der Patient sollte eine bezüglich der Nährstoffe ausgewogene,
leicht kalorienreduzierte Ernährung, die ca. 30% der Kalorien als
Fett enthält, einhalten. Die Nahrung sollte reichlich Früchte
und Gemüse enthalten. Die tägliche Aufnahme von Fett, Kohlenhydraten
und Eiweiss sollte auf drei Hauptmahlzeiten verteilt werden.
Dosierungen von mehr als 120 mg dreimal täglich zeigten keinen zusätzlichen
Nutzen.
Die Wirkung von Xenical führt 24-48 Stunden nach der Einnahme zu
einer Zunahme der fäkalen Fettausscheidung. Nach Unterbrechung der
Therapie kehrt die fäkale Fettausscheidung üblicherweise innerhalb
von 48-72 Stunden auf die vor Behandlungsbeginn bestehenden Werte zurück.
Für eine länger als 2 Jahre andauernde Anwendung liegt noch
keine Erfahrung vor. Die Behandlung mit Orlistat sollte daher nicht länger
als 2 Jahre dauern.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Die Verträglichkeit und Wirksamkeit von Xenical bei Kindern unter
18 Jahren, bei älteren Patienten und bei Patienten mit Leber- und/oder
Nierenfunktionsstörungen wurde nicht untersucht.
Orlistat ist nicht für die Behandlung von Kindern bestimmt.
Kontraindikationen
Xenical ist bei Patienten mit chronischem Malabsorptionssyndrom, bei Patienten
mit Cholestase, während der Stillzeit und bei Patienten mit Überempfindlichkeit
gegen Orlistat oder einen der anderen Bestandteile der Kapsel gemäss
Zusammensetzung kontraindiziert.
Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen
In klinischen Studien war die Gewichtsabnahme mit einer Orlistat Behandlung
bei Patienten mit einem Typ II Diabetes geringer als bei Nicht-Diabetikern.
Die Behandlung mit Antidiabetika sollte bei Einnahme von Orlistat engmaschig überwacht
werden.
Aufgrund der Verbesserung der glykämischen Kontrolle muss unter Umständen
die Dosis der oralen Antidiabetika oder des Insulins angepasst werden.
Patienten sollten angewiesen werden, sich an die Ernährungsempfehlungen
zu halten (siehe Kapitel «Dosierung/Anwendung»). Die Einnahme
von Xenical mit einer fettreichen Mahlzeit (so entspricht z.B. die Aufnahme
von 2000 kcal/Tag bei einem Fettanteil von >30% der Aufnahme von >67
g Fett) kann die Wahrscheinlichkeit von gastrointestinalen Nebenwirkungen
erhöhen (siehe Kapitel «Unerwünschte Wirkungen»).
Die tägliche Aufnahme von Fett sollte auf 3 Hauptmahlzeiten verteilt
werden.
Die Behandlung mit Orlistat kann potentiell die Resorption von fettlöslichen
Vitaminen (A, D, E, K) beeinträchtigen.
Bei den meisten Patienten, die in klinischen Studien bis zu 2 Jahren mit
Orlistat behandelt worden waren, blieben die Konzentrationen der Vitamine
A, D, E und K sowie von Beta-Carotin im Normbereich. Zur Sicherstellung
einer geeigneten Ernährungsweise sollten Patienten, die sich zur Gewichtskontrolle
diätetisch ernähren, angewiesen werden, auf einen hohen Obst-
und Gemüseanteil der Kost zu achten. Die Einnahme eines ergänzenden
Multivitaminpräparates kann in Erwägung gezogen werden. Falls
eine ergänzende Multivitamingabe empfohlen wird, sollte diese mindestens
zwei Stunden nach Einnahme von Orlistat bzw. vor dem Schlafengehen erfolgen.
Bei der gleichzeitigen Gabe von Xenical und Cyclosporin A wurde eine Reduktion
des Cyclosporin A-Plasmaspiegels beobachtet. Bei gleichzeitiger Behandlung
mit Orlistat und Cyclosporin ist daher eine engmaschigere Kontrolle des
Cyclosporin A-Spiegels als üblich erforderlich. Zwischen der Einnahme
von beiden Medikamenten wird eine Frist von 3 Stunden empfohlen (siehe
Kapitel «Interaktionen»).
Interaktionen
Es wurden in Studien keine Wechselwirkungen mit Alkohol, Digoxin, Nifedipin,
oralen Kontrazeptiva, Phenytoin, Pravastatin, Warfarin, oder Metformin,
Glibenclamid, Fibrate, Furosemid, Captopril, oder Atenolol beobachtet.
Da keine pharmakokinetischen und pharmakodynamischen Studien zu Wechselwirkungen
vorliegen, wird eine gleichzeitige Verabreichung von Orlistat mit Acarbose,
Thiazolidindionen (Glitazone), Gliniden oder Anorektika nicht empfohlen.
Bei Verabreichung von Antikoagulantien in Kombination mit Orlistat (in
hoher Dosierung oder als Langzeitbehandlung) sollten die INR-Werte (Quick-Werte) überwacht
werden.
Eine erniedrigte Resorption von Vitamin D, E und Beta-Carotin wurde bei
gleichzeitiger Verabreichung von Xenical beobachtet. Wenn eine Multivitamin-Ergänzung
angebracht ist, sollte diese mindestens zwei Stunden nach der Einnahme
von Xenical oder vor dem Schlafengehen eingenommen werden.
In einer Studie mit gesunden Freiwilligen wurde gezeigt, dass die Co-Medikation
mit Orlistat, je nach Zeitspanne zwischen der Einnahme beider Medikamente,
den Serumspiegel von Cyclosporin im Durchschnitt um 25-33% vermindert (ausgeprägte
interindividuelle Variabilität).
Bei einem herztransplantierten Patienten führte die gleichzeitige
Verabreichung von Xenical und Cyclosporin A sogar zu einer Halbierung des
Cyclosporin A-Plasmaspiegels und zu einer Reduktion der Cyclosporin A-AUC
auf ein Viertel. Bei gleichzeitiger Verabreichung von Orlistat und Cyclosporin
A ist daher eine engmaschigere Kontrolle des Cyclosporin A-Spiegels erforderlich.
Eine pharmakokinetische Studie, in der Amiodaron während einer Therapie
mit Orlistat oral verabreicht wurde, zeigte eine Reduktion der systemischen
Exposition gegenüber Amiodaron und Desethylamiodaron um 25-30%. Aufgrund
der komplexen Pharmakokinetik von Amiodaron sind die klinischen Auswirkungen
in diesem Zusammenhang nicht klar. Die Auswirkungen einer Behandlungsaufnahme
mit Orlistat bei Patienten mit stabiler Amiodaron-Therapie wurden nicht
untersucht. Es besteht die Möglichkeit einer reduzierten therapeutischen
Wirkung von Amiodaron.
Schwangerschaft/Stillzeit
Für Orlistat liegen keine klinischen Daten über exponierte Schwangere
vor.
Tierexperimentelle Studien lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche
Auswirkungen auf Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Geburt
oder postnatale Entwicklung schliessen (siehe Kapitel «Präklinische
Daten»).
Bei der Anwendung in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten.
Da nicht bekannt ist, ob Orlistat in die Muttermilch übertritt, soll
Xenical nicht während der Stillzeit eingenommen werden.
Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf
das Bedienen von Maschinen
Xenical hat keinen oder vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit
und das Bedienen von Maschinen.
Unerwünschte Wirkungen
Erfahrung aus klinischen Studien
Nebenwirkungen von Xenical sind hauptsächlich gastrointestinaler
Natur und stehen in Zusammenhang mit den pharmakologischen Eigenschaften
der Substanz, die die Absorption von aufgenommenem Fett hemmt. Als unerwünschte
Wirkungen können Abgang öligen Sekrets (27%), Flatulenz mit Abgang
von Stuhl (24%), Stuhldrang (22%), ölige oder fettige Faeces (20%),
vermehrte Defäkation (11%) sowie Incontinentia alvi (8%) auftreten.
Je höher der Fettgehalt der Nahrung ist, desto häufiger treten
diese unerwünschten Wirkungen auf. Weiter können Abdominalschmerzen
(20,-5%) und dünnflüssige Stühle (15,8%) auftreten.
Weitere therapieabhängige unerwünschte Wirkungen, die mit einer
Häufigkeit von >2% und mit einer Inzidenz ³ 1% über Placebo
auftraten, waren:
Abwehrsystem: Influenza.
Überempfindlichkeitsreaktionen: In seltenen Fällen
wurde über Hypersensitivitätsreaktionen berichtet. Dabei traten
hauptsächlich Pruritus, Rash, Urtikaria, Angioödem und Anaphylaxie
auf. Bei Typ-2-Diabetikern waren die gemeldeten Nebenwirkungen mit denen,
die bei übergewichtigen und adipösen Patienten gemeldet wurden,
vergleichbar. Die einzigen nur in dieser Behandlungsgruppe vorkommenden
Nebenwirkungen, die mit einer Häufigkeit von >2% und einem Unterschied
von ³ 1% gegenüber Placebo auftraten, waren Hypoglykämie
und abdominales Spannungsgefühl.
Psychiatrische Störungen: Angstgefühl.
Zentrales Nervensystem: Kopfschmerzen.
Atemwege: Infektion der oberen Atemwege, Infektion der unteren
Atemwege.
Verdauungstrakt: Bauchschmerzen/-beschwerden, Flatulenz, flüssige
Stühle, weiche Stühle, Rektumschmerzen/-beschwerden, Zahnbeschwerden,
Zahnfleischbeschwerden.
Harntrakt: Harnwegsinfektion.
Reproduktionsstörungen: Unregelmässigkeiten der Menstruation.
Allgemein: Abgeschlagenheit.
Diese pharmakologischen Effekte waren in klinischen Studien in der Regel
vorübergehend und führten nicht zu einem Abbruch der Therapie.
Die gastrointestinalen Nebenwirkungen traten innerhalb der ersten drei
Monate der Behandlung und bei den meisten Patienten nur als einmalige Episode
auf. Nur bei 3% der Patienten konnten mehr als zwei Episoden einer der
genannten Nebenwirkungen beobachtet werden.
Die Patienten sollten über die Möglichkeit des Auftretens gastrointestinaler
Nebenwirkungen informiert werden sowie darüber, wie man diese am besten
beherrscht, wie z.B. durch Beachtung der Nahrungszusammensetzung, insbesondere
des prozentualen Fettanteils. Die Aufnahme von fettarmer Nahrung senkt
die Wahrscheinlichkeit gastrointestinaler Nebenwirkungen. Dies kann die
Patienten dabei unterstützen, die Fettaufnahme zu beobachten und zu
regulieren.
Post-Marketing Erfahrungen
Überempfindlichkeitsreaktionen: In seltenen Fällen
wurde über Hypersensitivitätsreaktionen berichtet. Dabei traten
hauptsächlich Pruritus, Exanthem, Urtikaria, Angioödem und Anaphylaxie
auf.
Es wurde über sehr seltene Fälle von bullösem Exanthem,
Erhöhung der Transaminasen und der alkalischen Phosphatase sowie in
Ausnahmefällen über Hepatitis, die schwer sein kann, berichtet.
Es konnte kein Kausalzusammenhang oder ein pathophysiologischer Mechanismus
gezeigt werden zwischen der Hepatitis und der Behandlung mit Orlistat.
Überdosierung
Dosierungen über der empfohlenen Dosis von 120 mg dreimal täglich
führen zu keiner erkennbaren Steigerung der Wirkung, jedoch können
die gastrointestinalen Nebenwirkungen erhöhen.
Einzeldosen von 800 mg Xenical und wiederholte Gaben von bis zu 400 mg
dreimal täglich für 15 Tage wurden bei normalgewichtigen und übergewichtigen
Probanden untersucht, ohne dass signifikante Nebenwirkungen auftraten.
Zusätzlich wurden Dosen von dreimal täglich 240 mg von Übergewichtigen über
6 Monate eingenommen.
Bei den nach der Markteinführung aufgetretenen Fällen von Überdosis
wurden über keine Nebenwirkungen oder über Nebenwirkungen, die ähnlich
der gemeldeten Nebenwirkungen bei empfohlener Dosis sind, berichtet.
Im Falle einer signifikanten Überdosierung von Xenical sollte der
Patient über 24 Stunden beobachtet werden. Tierversuche und klinische
Untersuchungen lassen den Schluss zu, dass ein systemischer Effekt, der
auf die lipasehemmende Wirkung des Orlistat zurückgeführt werden
kann, schnell reversibel ist.
Eigenschaften/Wirkungen
ATC-Code: A08AB01
Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik
Orlistat ist ein potenter, spezifischer, langwirksamer Lipasehemmer. Es
entfaltet seine therapeutische Wirkung im Lumen des Magens und des oberen
Dünndarms, indem es eine kovalente Bindung mit dem aktiven Serin-Rest
der gastrischen Lipasen und Pankreaslipasen eingeht. Das inaktivierte Enzym
ist dadurch nicht mehr in der Lage, die in Form von Triglyceriden vorliegenden
Nahrungsfette in leicht zu resorbierende freie Fettsäuren und Monoglyzeride
zu hydrolysieren. Da unverdaute Triglyzeride nicht resorbiert werden können,
entsteht ein kalorisches Defizit mit einem positiven Effekt auf die Gewichtskontrolle.
Eine systemische Resorption von Orlistat ist aus diesem Grund für
seine Wirkung nicht notwendig.
Klinische Wirksamkeit
Die gesammelten Daten aus fünf 2-Jahresstudien zeigten, dass nach
einjähriger Behandlung mit 120 mg Orlistat, in Verbindung mit einer
hypokalorischen Ernährung, 20% der Patienten -10% oder mehr ihres Körpergewichtes
verloren haben, im Vergleich zu 8% der mit Placebo behandelten Patienten.
Nach einer einjährigen Behandlungsdauer wurde eine durchschnittliche
Gewichtsabnahme von 8,9% (8,8 kg) erreicht. Die entsprechenden Werte in
der Placebogruppe waren 5,6% (5,5 kg).
Nach 2 Jahren wurde unter Xenical eine Gewichtsreduktion von 6,7% (6,6
kg) gegenüber 3,7% (3,6 kg) unter Placebo erreicht.
Die gesammelten Daten aus vier 1-Jahresstudien und drei 6-Monatsstudien
zeigten, dass bei Typ II Diabetikern unter Orlistat 9% der Patienten auf
die Behandlung ansprachen ( ³ -10% Körpergewichtsverlust) im Vergleich
zu 4% unter Placebo. Bei diesen Patienten betrug der mittlere Unterschied
im Gewichtsverlust zwischen Arzneimittel und Placebo- 2,47 kg.
Die gesammelten Daten aus vier 1-Jahresstudien und drei 6-Monatsstudien
zeigen, dass bei übergewichtigen (BMI ³ 28 kg/m²) oder adipösen
(BMI ³ 30 kg/m²) Typ-2-Diabetikern unter Orlistat 9% der Patienten
auf die Behandlung ansprachen (-10% Körpergewichtsverlust) im Vergleich
zu 4% unter Placebo. Bei diesen Patienten betrug der mittlere Gewichtsverlust
zwischen Orlistat und Placebo 2,4 kg. Alle Patienten erhielten während
der gesamten Studiendauer neben ihrer üblichen antidiabetischen Behandlung
zusätzlich eine leicht hypokalorische Diät. Der Gewichtsverlust
bei diesen Patienten war begleitet von einer Senkung der Werte HbA 1C ,
der Nüchternglukose und der postprandialen Glukose (siehe Tabelle).
Die Frage, ob die beobachteten Unterschiede zu Plazebo allein auf den unterschiedlichen
Gewichtsverlust zurückzuführen sind, oder ob zusätzliche
Effekte von Orlistat dafür verantwortlich sind, wurde nicht untersucht.
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Parameter Sulfonylharnstoff
----------------------------------------------------
Xenical Placebo
(n= 741) (n= 749)
----------------------------------------------------
Körpergewicht (kg)
Mittlerer Ausgangswert 94,99 94,45
LSM Änderung im Vergleich
zum Ausgangswert -3,41¹ -1,30
----------------------------------------------------
HbA1c (%) n= 705 n= 687
Mittlerer Ausgangswert 8,41 8,39
LSM Änderung im Vergleich
zum Ausgangswert -0,62¹ -0,20
----------------------------------------------------
% der Patienten mit einer
HbA1c Reduktion
³0,-5% Reduktion 55² 38
³1,0% Reduktion 39² 25
----------------------------------------------------
Nüchternblutzucker (mmol/l) n= 719 n= 720
Mittlerer Ausgangswert 10,18 9,88
LSM Änderung im Vergleich
zum Ausgangswert -1,06¹ -0,12
----------------------------------------------------
Postprandialblutzucker (mmol/l) n= 284 n= 268
Mittlerer Ausgangswert 14,56 14,01
LSM Änderung zum Vergleich
zum Ausgangswert -1,64¹ -0,20
Änderungen in der anti-
diabetischen Medikation n= 641 n= 645
% Patienten mit Dosisreduktionen 23³ 15
% Patienten mit Dosiserhöhungen 9³ 17
----------------------------------------------------
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Parameter Metformin
----------------------------------------------------
Xenical Placebo
(n= 550) (n= 538)
----------------------------------------------------
Körpergewicht (kg)
Mittlerer Ausgangswert 96,10 96,39
LSM Änderung im Vergleich
zum Ausgangswert -3,80¹ -1,24
----------------------------------------------------
HbA1c (%) n= 512 n= 482
Mittlerer Ausgangswert 8,65 8,72
LSM Änderung im Vergleich
zum Ausgangswert -0,82¹ -0,48
----------------------------------------------------
% der Patienten mit einer
HbA1c Reduktion
³0,-5% Reduktion 61² 49
³1,0% Reduktion 46² 33
----------------------------------------------------
Nüchternblutzucker (mmol/l) n= 537 n= 527
Mittlerer Ausgangswert 10,78 10,49
LSM Änderung im Vergleich
zum Ausgangswert -1,73¹ -0,64
----------------------------------------------------
Postprandialblutzucker (mmol/l) n= 134 n= 115
Mittlerer Ausgangswert 14,54 13,92
LSM Änderung zum Vergleich
zum Ausgangswert -1,28¹ 0,15
Änderungen in der anti-
diabetischen Medikation n= 434 n= 419
% Patienten mit Dosisreduktionen 16³ 13
% Patienten mit Dosiserhöhungen 11³ 19
----------------------------------------------------
----------------------------------------------------
Parameter Insulin
----------------------------------------------------
Xenical Placebo
(n= 262) (n= 268)
----------------------------------------------------
Körpergewicht (kg)
Mittlerer Ausgangswert 101,93 101,65
LSM Änderung im Vergleich
zum Ausgangswert -3,85¹ -1,25
----------------------------------------------------
HbA1c (%) n= 226 n= 242
Mittlerer Ausgangswert 8,97 9,01
LSM Änderung im Vergleich
zum Ausgangswert -0,62¹ -0,27
----------------------------------------------------
% der Patienten mit einer
HbA1c Reduktion
³0,-5% Reduktion 51² 40
³1,0% Reduktion 32² 22
----------------------------------------------------
Nüchternblutzucker (mmol/l) n= 259 n= 268
Mittlerer Ausgangswert 10,91 11,15
LSM Änderung im Vergleich
zum Ausgangswert -1,73¹ -1,00
----------------------------------------------------
Postprandialblutzucker (mmol/l) - -
Mittlerer Ausgangswert NB NB
LSM Änderung zum Vergleich
zum Ausgangswert NB NB
Änderungen in der anti-
diabetischen Medikation n= 249 n= 259
% Patienten mit Dosisreduktionen 42³ 31
% Patienten mit Dosiserhöhungen 14³ 31
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LSM= Least squares mean; NB= nicht bestimmt.
¹ p <0,05 basierend auf LSM Unterschieden von Xenical versus Placebo.
² p <0,05 basierend auf Cochran-Mantel-Haentzel Test.
³ p <0,05 für Gesamtänderung der antidiabetischen Medikation.
Pharmakokinetik
Absorption
Untersuchungen an normalgewichtigen und übergewichtigen Probanden haben
gezeigt, dass das Ausmass der Absorption von Orlistat und dessen Metaboliten
minimal ( £ 3%) war. Plasmakonzentrationen des intakten Orlistat waren
acht Stunden nach der oralen Einnahme von Orlistat nicht messbar (unter 5 ng/ml).
Generell konnte Orlistat bei therapeutischer Dosierung nur sporadisch und
in sehr niedrigen Konzentrationen (unter 10 ng/ml oder 0,02 µmol) im
Plasma nachgewiesen werden, was mit einer vernachlässigbaren Resorption
vereinbar ist.
Distribution
Das Verteilungsvolumen kann wegen der minimalen Resorption und der nicht untersuchten
systemischen Pharmakokinetik der Substanz nicht bestimmt werden. In vitro wird
Orlistat zu mehr als 99% an Plasmaproteine gebunden (vor allem an Lipoproteine
und Albumin). Orlistat wird nur in geringem Ausmass in Erythrozyten aufgenommen.
Metabolismus
Tierexperimentelle Daten lassen den Schluss zu, dass Orlistat vor allem in
der Darmwand metabolisiert wird. Eine Untersuchung der Minutenfraktionen der
absorbierten Substanz bei adipösen Patienten zeigte, dass 2 Hauptmetabolite,
M1 (hydrolisierter 4 er -Lactonring) und M3 (M1 nach Abspaltung der N-Formyl-Leucin-Gruppe)
für 42% der Gesamtplasmakonzentration verantwortlich sind.
M1 und M3 haben einen offenen b -Lactonring und eine extrem schwache lipasehemmende
Aktivität (1000fach bzw. 2500fach schwächer als Orlistat). In Anbetracht
der geringen inhibitorischen Wirkung und der niedrigen Plasmaspiegel bei therapeutischer
Dosierung (durchschnittlich 26 ng/ml bzw. 108 ng/ml) werden diese Metabolite
als pharmakologisch irrelevant betrachtet.
Elimination
Untersuchungen bei Normalgewichtigen und Übergewichtigen haben gezeigt,
dass die fäkale Ausscheidung des nicht resorbierten Medikaments der hauptsächliche
Weg der Elimination war. Ungefähr 97% der verabreichten Dosis wurden mit
dem Stuhl ausgeschieden, 83% davon als unverändertes Orlistat.
Die kumulative renale Ausscheidung der gesamten Orlistat-assoziierten Substanzen
betrug weniger als 2% der applizierten Dosis. Der Zeitraum bis zur vollständigen
Ausscheidung (fäkal und renal) betrug 3-5 Tage. Die Ausscheidung von Orlistat
schien bei Normalgewichtigen und Übergewichtigen ähnlich zu sein.
Orlistat, M1 und M3 werden biliär ausgeschieden.
Präklinische Daten
Aus den präklinischen Daten, die in konventionellen Studien zur Verträglichkeit,
Toxizität bei wiederholter Verabreichung, Genotoxizität, zum karzinogenen
Potential und zur Reproduktionstoxizität erhoben wurden, ergeben sich
keine Hinweise auf eine spezielle Gefährdung des Menschen.
In Reproduktionsstudien am Tier wurde keine teratogene Wirkung beobachtet.
Bei Ausbleiben teratogener Wirkungen beim Tier sind auch beim Menschen keine
Missbildungen zu erwarten. Bis heute sind für Arzneimittel, die Missbildungen
beim Menschen verursachen, auch teratogene Effekte im Tier nachgewiesen worden,
wenn sorgfältig überwachte Studien an 2 Tierarten durchgeführt
wurden.
Sonstige Hinweise
Beeinflussung diagnostischer Methoden
Keine Angaben.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten
Datum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
Die Kapseln sind unter 25 °C und vor Feuchtigkeit geschützt aufzubewahren.
| hexmed.com - sichere 128-bit SSL Verschlüsselung
durch GeoTrust. |
| Wir akzeptieren: |
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