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Zyban - gegen Nikotinabhaengigkeit

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 Zyban (15mg Tabletten)
 Hersteller: GlaxoSmithKline
 Wirkstoff: Bupropioni HCl
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Verpackung und Versandkosten sind im Preis inbegriffen.

Patienteninformation 
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Zusammensetzung

1 Retardtablette (mit verzoegerter Wirkstofffreisetzung) enthaelt:

Wirkstoff: Bupropioni hydrochloridum 150 mg.

Hilfsstoffe: Excip. pro compresso obducto.

Eigenschaften/Wirkungen

Bupropion hemmt selektiv die neuronale Wiederaufnahme von Catecholaminen (Noradrenalin und Dopamin) bei minimaler Beeinflussung der Indolamin-Wiederaufnahme (Serotonin). Bupropion hemmt die Monoamino­oxidasen nicht.

Wie Bupropion die Faehigkeit der Patienten foerdert, nicht mehr zu rauchen, ist nicht geklaert.

In klinischen Studien traten unter Behandlung mit Bupropion weniger Entzugssymptome auf als unter Placebo. Ausserdem war das Verlangen nach einer Zigarette oder der Drang zu rauchen geringer als unter Placebo.

Klinische Studien

Die Wirksamkeit von Zyban wurde in drei Placebo-kontrollierten Doppelblindstudien mit nichtdepressiven Zigarettenrauchern (n=1940, ³15 Zigaretten/Tag) nachgewiesen. In diesen Studien wurde Zyban zusammen mit einer individuellen Beratung zur Aufgabe des Rauchens angewendet.

Bei der ersten Studie (403) handelte es sich um eine Dosis-Wirkungs-Studie. Die Patienten wurden ueber 7 Wochen mit einer von drei Zyban-Dosierungen (100, 150 oder 300 mg/Tag) bzw. Placebo behandelt. Die Aufgabe des Rauchens wurde als totale Abstinenz in den letzten 4 Behandlungswochen (Wochen 4 bis 7) definiert. Die Abstinenz wurde mit Hilfe eines Patiententagebuchs ermittelt und durch die Kohlenmonoxydkonzentration in der ausgeatmeten Luft kontrolliert.

Die Ergebnisse dieser Dosis-Wirkungs-Studie mit Zyban haben gezeigt, dass der Anteil der Patienten, die eine 4-woechige Abstinenz (Wochen 4 bis 7) erreichen konnten, dosisabhaengig zunahm. Die Behandlung mit Zyban (150 oder 300 mg/Tag) war wirksamer als Placebo. Zudem war die Behandlung mit Zyban (7 Wochen mit 300 mg/Tag) als Unterstuetzung von Patienten zum Erreichen einer anhaltenden Abstinenz bis zur 26. Woche (6 Monate) der Studie wirksamer als Placebo.

Anzahl Patienten in %, die das Rauchen aufgaben, nach Behandlungsgruppen (ITT)

----------------------------------------------------
 Behandlungsgruppen 
----------------------------------------------------
Abstinenz Placebo Zyban Zyban Zyban 
von Woche 4 100 mg/ 150 mg/ 300 mg/ 
bis zur ange- Tag Tag Tag 
gebenen Woche (n=153) (n=153) (n=153) (n=156) 
 (9-5% CI) (9-5% CI) (9-5% CI) (9-5% CI)
----------------------------------------------------
Woche 7 17% 22% 27%* 36%* 
(4 Wochen (11-23) (15-28) (20-35) (28-43) 
Abstinenz) 
----------------------------------------------------
Woche 12 14% 20% 20% 2-5%* 
 (8-19) (13-26) (14-27) (18-32) 
----------------------------------------------------
Woche 26 11% 18% 18% 19%* 
 (6-16) (11-22) (12-24) (13-25) 
----------------------------------------------------
* Signifikanter Unterschied vs. Placebo (p<0,05).

In der zweiten Studie (405) wurden folgende vier Behandlungen miteinander verglichen: Zyban 300 mg/Tag, ein transdermales Nikotinpraeparat (NTS) 21 mg/Tag, eine Kombination von Zyban 300 mg/Tag plus NTS 21 mg/Tag und Placebo.

Die Patienten wurden 9 Wochen lang behandelt. Die Behandlung mit Zyban wurde, waehrend der Patient noch rauchte, mit 150 mg/Tag begonnen und nach 3 Tagen auf 2× 150 mg/Tag gesteigert. NTS 21 mg/Tag wurden nach etwa 1 Woche, wenn der Patient den Zieltag der Aufgabe erreichte, zusaetzlich zur Behandlung mit Zyban verabreicht. Waehrend der Studienwochen 8 und 9 wurde NTS auf 14 mg bzw. 7 mg/Tag reduziert. Die Abstinenz, definiert als vollstaendige Abstinenz waehrend der Wochen 4 bis 7, wurde mit Hilfe eines Patiententagebuchs ermittelt und durch die Kohlenmonoxydkonzentration in der ausgeatmeten Luft kontrolliert.

In dieser Studie erreichten Patienten, die eine der drei Behandlungen erhielten, groessere 4-woechige Abstinenzquoten als Patienten, die Placebo erhielten.

Anzahl Patienten in%, die das Rauchen aufgaben nach Behandlungsgruppen (ITT)

----------------------------------------------------
 Behandlungsgruppen 
----------------------------------------------------
Abstinenz Placebo Transderma- Zyban Zyban 
von Woche les Nikotin- 300 mg/ 300 mg/Tag
4 bis zur system (NTS) Tag und NTS 
angegebe- 21 mg/Tag 21 mg/Tag 
nen Woche (n=160) (n=244) (n=244) (n=245) 
 (9-5% CI) (9-5% CI) (9-5% CI) (9-5% CI) 
----------------------------------------------------
Woche 7 23% 36%* 49%*¹ 58%*² 
(4 Wochen (17-30) (30-42) (43-56) (51-64) 
Abstinenz) 
----------------------------------------------------
Woche 10 20% 32%* 46%*¹ 51%*¹ 
 (14-26) (26-37) (39-52) (45-58) 
----------------------------------------------------
* p <0,01 vs. Placebo.

*¹ p <0,01 vs. NTS.

*² p = 0,05 vs. Zyban.

Waehrend der Nachuntersuchung der Patienten bis zu einem Jahr (ohne weitere Therapie) waren Zyban und die Kombination aus Zyban und NTS der Gabe von Placebo, hinsichtlich der Unterstuetzung der Patienten zur Erreichung einer Abstinenz vom Rauchen, weiterhin ueberlegen. Der Anteil der dauerhaft abstinenten Patienten betrug nach 26 Wochen bei den mit Zyban behandelten Patienten 30% (9-5% CI 24-35), bei den mit der Kombination behandelten Patienten 33% (9-5% CI 27-39) und in der Placebo-Gruppe 13% (9-5% CI 7-18).

Nach 52 Wochen betrug der Anteil der dauerhaft abstinenten Patienten bei den mit Zyban behandelten Patienten 23% (9-5% CI 18-28), bei den mit der Kombination behandelten Patienten 28% (9-5% CI 23-34) und in der Placebo-Gruppe 8% (9-5% CI 3-12).

Bei der dritten Studie (406) handelte es sich um eine Langzeitstudie. Die Patienten erhielten vorerst Zyban 300 mg/Tag offen ueber 7 Wochen. Patienten, die waehrend der Einnahme von Zyban das Rauchen aufgaben (n=432), wurden anschliessend zufaellig einer der Gruppen zugeteilt, die ueber eine Studiendauer von insgesamt 1 Jahr 300 mg Zyban pro Tag oder Placebo erhielt. Die Abstinenz wurde mit Hilfe der Selbstangabe der Patienten ermittelt und durch die Kohlenmonoxydkonzentration in der ausgeatmeten Luft kontrolliert. In dieser Studie wurde nachgewiesen, dass nach 6 Monaten der Anteil der dauerhaft abstinenten Patienten bei Patienten, die weiterhin Zyban erhielten, etwas hoeher lag als bei Patienten, die zu Placebo wechselten (p<0,05; 5-5% gegenueber 44%). Im zweiten Halbjahr waren die Unterschiede in der Rueckfallquote zwischen Zyban und Placebo aber weniger als -10%. Die mediane Zeit bis zum Rueckfall betrug 20 Wochen unter Placebo und 32 Wochen unter Zyban (p<0,05).

Pharmakokinetik

Resorption

Bei gesunden Probanden werden nach oraler Verabreichung von Bupropion innerhalb von 3 h maximale Plasmakonzentrationen erreicht.

Bei regelmaessiger Verabreichung von 150 bis 300 mg/Tag verlaeuft die Kinetik von Bupropion und dessen Metaboliten linear. Die Resorption von Bupropion wird durch die gleichzeitige Nahrungsaufnahme nicht signifikant beeinflusst.

Distribution

Bupropion wird in hohem Masse im Gewebe verteilt, wobei das scheinbare Verteilungsvolumen etwa 2'000 l betraegt. Bupropion sowie der aktive Hauptmetabolit Hydroxybupropion sind zu 84% resp. 77% an Plasmaproteine gebunden.

Der Metabolit Threohydrobupropion ist etwa halb so stark an Proteine gebunden wie Bupropion.

Metabolismus

Bupropion wird im menschlichen Organismus weitgehend metabolisiert. Im Plasma konnten drei pharmakologisch aktive Metaboliten nachgewiesen werden, Hydroxybupropion und die Aminoalkohol-Isomere, Threohydrobupropion und Erythrohydrobupropion. Diese duerften insofern klinisch von Bedeutung sein, als sie im Plasma in ebenso hohen bzw. hoeheren Konzentrationen vorhanden sind wie Bupropion selbst. Nach einer einmaligen Verabreichung von Zyban werden maximale Plasmakonzentrationen von Hydroxybupropion und Threohydrobupropion nach ungefaehr 6 h erreicht. Erythrohydrobupropion ist nach einer einmaligen Verabreichung von Zyban im Plasma nicht messbar. Die aktiven Metaboliten werden weiter zu inaktiven Metaboliten abgebaut und mit dem Harn ausgeschieden.

In-vitro-Studien zeigen, dass Bupropion primaer ueber CYP2B6 zu seinem aktiven Hauptmetaboliten Hydroxybupropion abgebaut wird, waehrend Cytochrom P450 nicht in die Bildung von Threohydrobupropion involviert ist (vgl. «Interaktionen»).

Bupropion und Hydroxybupropion sind beide relativ schwache Inhibitoren des Isoenzyms CYP2D6 mit Ki-Werten von 21 resp. 13,3 µM. Bei freiwilligen Probanden mit nachweislich gesteigertem Metabolismus ueber das Isoenzym CYP2D6 stiegen nach gleichzeitiger Verabreichung von Bupropion und Desipramin die Cmax-Werte von Desipramin auf das 2fache und die Flaeche unter der Kurve (AUC) von Desipramin auf das 5fache an. Dieser Effekt war bis zu mindestens 7 Tage nach der letzten Verabreichung von Bupropion nachweisbar. Da Bupropion selbst nicht durch das CYP2D6-Isoenzym abgebaut wird, sollte die Pharmakokinetik von Bupropion durch Desipramin nicht beeinflusst werden. Allerdings ist bei der gleichzeitigen Verabreichung von Bupropion mit Substraten des CYP2D6-Isoenzyms Vorsicht geboten (vgl. «Interaktionen»).

Nach oraler Verabreichung einer Einzeldosis von 150 mg Bupropion fand sich zwischen Rauchern und Nichtrauchern kein Unterschied hinsichtlich Cmax, Tmax, T½, AUC und der Clearance von Bupropion und seinen Hauptmetaboliten.

Nach subchronischer Verabreichung zeigte Bupropion im Tierversuch eine Induktion des eigenen Metabolismus. Beim Menschen gibt es hingegen nach Verabreichung von Bupropion in der empfohlenen Dosierung ueber 10 bis 45 Tage weder bei freiwilligen Probanden noch bei Patienten Hinweise auf eine Enzyminduktion durch Bupropion bzw. Hydroxybupropion.

Elimination

Nach oraler Verabreichung von 200 mg mit C14-markiertem Bupropion fanden sich beim Menschen 87% der verabreichten Dosis im Harn und -10% im Stuhl. Lediglich 0,-5% der Dosis wurden in unveraenderter Form ausgeschieden, was dem ausgepraegten Metabolismus von Bupropion entspricht. Im Harn fanden sich weniger als -10% dieser mit C14-markierten Dosis in Form von aktiven Metaboliten.

Nach oraler Verabreichung betraegt die durchschnittliche scheinbare Clearance von Bupropion ungefaehr 200 l/h und die durchschnittliche Eliminationshalbwertszeit ca. 20 h.

Die Eliminationshalbwertszeit von Hydroxybupropion betraegt ungefaehr 20 h, die AUC im Steady-State etwa das 14- bis 17fache des Wertes fuer Bupropion. Threohydrobupropion und Erythrohydrobupropion haben mit 37 resp. 33 h laengere Eliminationshalbwertszeiten als Bupropion. Die AUC-Werte im Steady-State sind 8- resp. 1,6-mal hoeher als fuer Bupropion. Der Steady-State wird fuer Bupropion und dessen Metaboliten innerhalb von 8 Tagen erreicht.

Pharmakokinetik in speziellen klinischen Situationen

Niereninsuffizienz

Der Einfluss von Nierenerkrankungen auf die Pharmakokinetik von Bupropion ist nicht untersucht worden. Eine Einschraenkung der Nierenfunktion duerfte sich jedoch auf die Elimination der Hauptmetaboliten auswirken (vgl. «Vorsichtsmassnahmen»).

Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit geringer bis maessiger Leberzirrhose wurden im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen keine statistisch signifikanten Differenzen in der Pharmakokinetik von Bupropion und seiner aktiven Metaboliten beobachtet, es zeigte sich jedoch zwischen den einzelnen Patienten eine staerkere Variabilitaet. Bei Patienten mit schwerer Leberzirrhose waren die Cmax (maximale Plasmakonzentration) und die AUC (area under the curve) von Bupropion stark erhoeht (durchschnittliche Differenz etwa 70% beziehungsweise dreifach), sie waren variabler als die Werte bei gesunden Kontrollpersonen. Die durchschnittliche Halbwertszeit war ebenfalls verlaengert (um etwa 40%). Die Metaboliten hatten im Vergleich zu den Werten bei gesunden Kontrollpersonen eine geringere durchschnittliche Cmax (um etwa 30% bis 70%), die durchschnittliche AUC war eher erhoeht (um etwa 30% bis 50%), die mediane Tmax (Zeitdauer bis zum Erreichen der maximalen Plasmakonzentration) war verzoegert (um etwa 20 Stunden), und die durchschnittlichen Halbwertszeiten waren verlaengert (um etwa das Zwei- bis Vierfache) (vgl. «Vorsichtsmassnahmen»).

Ältere Patienten

Die Bupropion-Gesamtexposition nach einer Einzeldosis ist bei aelteren und jungen Patienten aehnlich. Nach Mehrfachdosen hingegen war die Cmax von Bupropion bei aelteren Patienten erhoeht, die Cmax der aktiven Metaboliten tendenziell erhoeht und es zeigte sich eine Tendenz zur Akkumulation von Bupropion und seinen aktiven Metaboliten.

Hinsichtlich der Vertraeglichkeit wurden in der klinischen Praxis keine Unterschiede zwischen aelteren und juengeren erwachsenen Patienten festgestellt, wobei jedoch eine hoehere Empfindlichkeit bei aelteren Patienten nicht ausgeschlossen werden kann (vgl. «Vorsichtsmassnahmen»).

Indikationen/Anwendungsmoeglichkeiten

Belegte Indikationen

Zyban ist indiziert zur Behandlung der Nikotinabhaengigkeit als Unterstuetzung waehrend der Rauchentwoehnung.

Zyban kann in Kombination mit transdermalen Nikotinsystemen verwendet werden.

Dosierung/Anwendung

Zyban Retardtabletten sollen ganz geschluckt und nicht zerkaut oder zerdrueckt werden.

Erwachsene

Es wird empfohlen, mit der Behandlung zu beginnen, solange der Patient noch raucht. Ein «Stoppdatum», vorzugsweise in der zweiten Woche, ist fuer die Aufgabe des Rauchens festzulegen.

Die Initialdosis betraegt 150 mg pro Tag waehrend 6 Tagen, danach 2× taeglich 150 mg, wobei ein Dosierungsintervall von mindestens 8 Stunden einzuhalten ist.

Die maximale Einzeldosis darf 150 mg und die taegliche Maximaldosis 300 mg nicht ueberschreiten.

Die Behandlung soll 7 Wochen dauern. Zyban kann ohne Ausschleichen abrupt abgesetzt werden.

Die Therapie mit Zyban soll begleitet werden durch Beratung und psychologische Unterstuetzung. Im Falle eines Misserfolges nach 7 Wochen Therapie mit Zyban soll versucht werden, allfaellige Gruende dafuer zu eruieren. Ein erneuter 7-woechiger Therapieversuch soll nur in Betracht gezogen werden, falls die Umstaende erfolgversprechender erscheinen.

Bei Kombination von Zyban mit transdermalen Nikotinsystemen zur Behandlung der Nikotinabhaengigkeit ist keine Anpassung der Dosierung erforderlich (vgl. «Vorsichtsmassnahmen»).

Kinder und Jugendliche

Es liegen keine Daten zur Wirksamkeit und Vertraeglichkeit von Zyban bei Patienten unter 18 Jahren vor.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Patienten mit Leber- und Niereninsuffizienz

Bupropion wird in hohem Masse in der Leber zu aktiven Metaboliten abgebaut, die nach weiterem Abbau ueber die Nieren ausgeschieden werden. Dementsprechend sollte bei Nieren- oder Leberfunktionsstoerungen die Therapie mit Bupropion mit einer niedrigeren Dosierung begonnen werden (vgl. «Pharmakokinetik» und «Vorsichtsmassnahmen»).

Zyban sollte bei Patienten mit Leberfunktionsstoerung mit Vorsicht verwendet werden.

Aufgrund der erhoehten Variabilitaet der Pharmakokinetik bei Patienten mit geringer bis maessiger Leberzirrhose sollte eine verringerte Anzahl Dosen in Erwaegung gezogen werden (vgl. «Vorsichtsmassnahmen»).

Zyban sollte bei Patienten mit schwerer Leberzirrhose mit groesster Vorsicht angewendet werden. Bei diesen Patienten sollte eine Dosis von 150 mg jeden zweiten Tag nicht ueberschritten werden (vgl. «Vorsichtsmassnahmen»).

Anwendungseinschraenkungen

Kontraindikationen

Zyban ist kontraindiziert bei:

- Überempfindlichkeit gegenueber Bupropion oder einem anderen Bestandteil des Praeparates.

- Patienten mit bestehender oder anamnestisch festgestellter Epilepsie resp. anderen Anfallserkrankungen.

- Patienten mit bestehender oder frueher diagnostizierter Bulimie oder Anorexia nervosa, weil in dieser Patientengruppe ein erhoehtes Risiko fuer epileptische Anfaelle beobachtet wurde.

- Patienten mit einem bestehenden Tumor des Zentralnervensystems (ZNS).

- Patienten, welche sich zu irgendeinem Zeitpunkt waehrend der Einnahme von Zyban einem akuten Entzug von Alkohol oder Sedativa, die bekanntermassen bei abruptem Entzug Krampfanfaelle ausloesen koennen, unterziehen.

Die gleichzeitige Verabreichung von Zyban und Monoaminooxidase-Hemmern (MAO-Hemmer) ist kontraindiziert. Mit der Therapie mit Zyban darf fruehestens 14 Tage nach Absetzen des MAO-Hemmers begonnen werden.

Vorsichtsmassnahmen

Die empfohlene Dosierung von 300 mg/Tag darf nicht ueberschritten werden, da bei der Verabreichung von Bupropion ein dosisabhaengiges Risiko fuer Krampfanfaelle besteht. Bei Dosierungen bis zur empfohlenen Tageshoechstdosis von 300 mg betraegt die Haeufigkeit von Krampfanfaellen ungefaehr 0,1% (1 : 1000).

Es besteht ein erhoehtes Risiko fuer Krampfanfaelle durch die Anwendung von Zyban bei Vorliegen praedisponierender Risikofaktoren, welche die Anfallsschwelle senken. Zyban darf daher bei Patienten mit praedisponierenden Risikofaktoren nicht angewendet werden, es sei denn, es besteht eine zwingende klinische Begruendung, nach welcher der potenzielle medizinische Nutzen der Raucherentwoehnung das potenziell erhoehte Risiko des Auftretens von Krampfanfaellen ueberwiegt. Bei diesen Patienten sollte eine Maximaldosis von 150 mg taeglich fuer die gesamte Dauer der Behandlung in Betracht gezogen werden.

Alle Patienten sollten auf praedisponierende Risikofaktoren untersucht werden.

Zu diesen gehoeren:

- die gleichzeitige Verabreichung anderer Arzneimittel, die bekanntermassen die Anfallsschwelle senken (z.B. Antipsychotika, Antidepressiva, Antimalariamittel, Tramadol, Theophyllin, systemische Steroide und Chinolone).

- Alkoholabusus.

- Schaedelhirntrauma in der Anamnese.

- Mit Hypoglykaemika oder Insulin behandelter Diabetes.

- Einnahme von Stimulanzien oder Anorektika.

Bei Patienten, die unter Einnahme von Zyban einen Krampfanfall erleiden, soll die Therapie abgesetzt und nicht wieder aufgenommen werden.

Bei Auftreten von Überempfindlichkeits- oder anaphylaktischen Reaktionen (z.B. Hautausschlaege, Juckreiz, Urtikaria, Brustschmerzen, oedematoese Schwellungen, Dyspnoe) ist Zyban abzusetzen (vgl. «Unerwuenschte Wirkungen»).

Bupropion wird in der Leber in erheblichem Masse in aktive Metaboliten umgewandelt, die weiter metabolisiert werden. Bei Patienten mit geringer bis maessiger Leberzirrhose wurden im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen keine statistisch signifikanten Differenzen in der Pharmakokinetik von Bupropion beobachtet; die Plasmaspiegel von Bupropion zeigten jedoch zwischen den einzelnen Patienten eine staerkere Variabilitaet. Darum sollte Zyban bei Patienten mit Leberfunktionsstoerungen mit Vorsicht verwendet werden. Bei Patienten mit geringer bis maessiger Leberzirrhose sollte eine verringerte Anzahl Dosen in Erwaegung gezogen werden (vgl. «Pharmakokinetik» und «Dosierung/Anwendung»).

Zyban sollte bei Patienten mit schwerer Leberzirrhose mit groesster Vorsicht angewendet werden. Bei diesen Patienten sollte eine verringerte Anzahl Dosen in Erwaegung gezogen werden, da die Bupropionspiegel erheblich erhoeht sind und eine Akkumulation in diesen Patienten staerker als ueblich erfolgen kann (vgl. «Vorsichtsmassnahmen»).

Alle Patienten mit Leberfunktionsstoerung sollten aufgrund moeglicher Nebenwirkungen (z.B. Schlaflosigkeit, Mundtrockenheit, Anfaelle), die einen Hinweis auf hohe Medikamenten- oder Metabolitenspiegel geben koennten, engmaschig ueberwacht werden.

Bupropion wird in hohem Masse in der Leber zu aktiven Metaboliten abgebaut, die nach weiterem Abbau ueber die Nieren ausgeschieden werden. Dementsprechend sollte bei Nierenfunktionsstoerungen die Therapie mit Bupropion mit einer niedrigeren Dosierung begonnen werden. Es ist auch zu beruecksichtigen, dass die Metaboliten staerker als ueblich akkumulieren koennen. Die Behandlung bei Patienten mit Nierenfunktionsstoerungen sollte mit einer Dosisreduktion initiiert werden. Der Patient sollte aufgrund moeglicher Nebenwirkungen (z.B. Schlaflosigkeit, Mundtrockenheit, Anfaelle), die einen Hinweis auf hohe Medikamenten- oder Metabolitenspiegel geben koennten, engmaschig ueberwacht werden.

Die klinische Erfahrung hat bisher keine Unterschiede bezueglich der Vertraeglichkeit von Bupropion zwischen Patienten in fortgeschrittenem Alter und juengeren Erwachsenen gezeigt. Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass gewisse aeltere Patienten empfindlicher reagieren. Ausserdem ist im hoeheren Alter eher mit einer eingeschraenkten Nierenfunktion zu rechnen, so dass das Dosierungsintervall unter Umstaenden verlaengert werden muss.

Da Bupropion pharmakologisch gewissen Antidepressiva aehnelt, besteht ein Risiko, dass Zyban bei Patienten mit bipolaren Stoerungen waehrend der depressiven Phase manische Zustaende und bei anderen anfaelligen Patienten latente Psychosen ausloesen kann.

Vor Einleitung einer Kombinationstherapie mit transdermalen Nikotinsystemen ist die jeweilige Fachinformation zu beachten. Unter einer Kombinationstherapie empfehlen sich Blutdruckkontrollen zur Erfassung eventueller, unter der Therapie auftretender, Blutdruckerhoehungen (vgl. «Unerwuenschte Wirkungen»).

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschafts-Kategorie B.

Die Sicherheit von Zyban waehrend der Schwangerschaft wurde beim Menschen nicht untersucht.

Die Auswertung von Tierversuchen hingegen zeigt weder direkte noch indirekte schaedigende Einfluesse auf die embryonale bzw. foetale Entwicklung, den Schwangerschaftsverlauf sowie auf die peri- und postnatale Entwicklung.

Eine Fertilitaetsstudie an Ratten ergab keinerlei Hinweise auf Fertilitaetsstoerungen.

Da die Resultate von Reproduktionsstudien bei Tieren nicht ohne weiteres auf den Menschen uebertragbar sind, sollte die Verabreichung von Zyban waehrend der Schwangerschaft nur in Erwaegung gezogen werden, wenn der zu erwartende Nutzen das moegliche Risiko fuer den Foeten ueberwiegt.

Stillzeit

Da Bupropion und seine Metaboliten in die Muttermilch uebertreten, ist Muettern anzuraten, waehrend der Einnahme von Zyban nicht zu stillen.

Unerwuenschte Wirkungen

Es ist wichtig zu beachten, dass die Aufgabe des Rauchens haeufig mit Nikotinentzugssymptomen wie z.B. Agitiertheit, Schlaflosigkeit, Tremor und Schwitzen einhergeht. Einige dieser Symptome sind auch als unerwuenschte Wirkungen im Zusammenhang mit der Einnahme von Zyban festgestellt worden.

Allgemein

Gelegentlich (0,1%--5%): Fieber, Brustschmerzen, Asthenie.

Herz-Kreislauf-System

Gelegentlich (0,1%--5%): Flushing, Tachykardie, Blutdrucksteigerung (zum Teil schwerwiegend; vor allem bei Kombination mit transdermalen Nikotinsystemen).

Selten (<0,1%): Synkopen, orthostatische Hypotonie, Vasodilatation.

ZNS

Haeufig (>-5%): Schlaflosigkeit.

Gelegentlich (0,1%--5%): Kopfschmerzen, Schwindel, Tremor, Agitiertheit, Angstzustaende, Konzentrationsstoerungen, Halluzinationen, Verwirrtheit, Depressionen, Reizbarkeit und Feindseligkeit.

Selten (<0,1%): Krampfanfaelle (vgl. «Kontraindikationen» und «Vorsichtsmassnahmen»).

Endokrines System und Stoffwechsel

Gelegentlich (0,1%--5%): Appetitlosigkeit.

Magen-Darm-Trakt

Haeufig (>-5%): Mundtrockenheit.

Gelegentlich (0,1%--5%): Bauchschmerzen, Obstipation, gastrointestinale Beschwerden einschliesslich Übelkeit und Erbrechen.

Haut/Überempfindlichkeitsreaktionen

Gelegentlich (0,1%--5%): Hautausschlag, Juckreiz, Schweissausbrueche, Überempfindlichkeitsreaktionen einschliesslich Urtikaria und Quincke-Ödem.

Selten (<0,1%): Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen einschliesslich Dyspnoe/Bronchospasmen und anaphylaktischer Schock.

Über das Auftreten von Arthralgie, Myalgie und Fieber wurde auch im Zusammenhang mit Exanthemen und anderen Symptomen berichtet, was auf eine Überempfindlichkeitsreaktion vom verzoegerten Typ hindeutet. Diese Symptome koennen der Serumkrankheit aehneln.

Erythema multiforme und Stevens-Johnson-Syndrom sind ebenfalls angegeben worden.

Skelettmuskulatur

In sehr seltenen Faellen wurde vor allem nach Überdosierung das Auftreten von Rhabdomyolyse beschrieben.

Sinnesorgane

Gelegentlich (0,1%--5%): Tinnitus, Sehstoerungen, Geschmacksstoerungen.

Interaktionen

Zyban darf an Patienten, die Arzneimittel einnehmen, die bekanntermassen die Anfallsschwelle senken, nur verabreicht werden, wenn eine zwingende klinische Begruendung vorliegt, nach welcher der potenzielle medizinische Nutzen der Raucherentwoehnung das potenziell erhoehte Risiko des Auftretens von Anfaellen ueberwiegt (vgl. «Kontraindikationen» und «Vorsichtsmassnahmen»).

Die Pharmakokinetik von Bupropion und seinen Metaboliten wird durch die gleichzeitige Applikation von transdermalen Nikotinsystemen nicht beeinflusst.

Die aus einer Aufgabe des Rauchens selbst resultierenden physiologischen Veraenderungen koennen die Pharmakokinetik bestimmter gleichzeitig verabreichter Medikamente auch unabhaengig von der Einnahme von Zyban beeinflussen.

In-vitro-Befunde weisen darauf hin, dass Bupropion im Wesentlichen ueber das Cytochrom P450 IIB6 (CYP2B6) zu seinem wichtigsten aktiven Metaboliten Hydroxybupropion abgebaut wird (vgl. «Pharmakokinetik»). Daher ist bei gleichzeitiger Verabreichung von Arzneimitteln, die das Isoenzym CYP2B6 beeinflussen (z.B. Orphenadrin, Cyclophosphamid, Ifosfamid), Vorsicht geboten.

Obwohl Bupropion nicht ueber das Isoenzym CYP2D6 metabolisiert wird, zeigen In-vitro-Studien am humanen P450-System, dass Bupropion ebenso wie dessen Metabolit Hydroxybupropion das Isoenzym CYP2D6 hemmt. In einer pharmakokinetischen Studie am Menschen fuehrte die Verabreichung von Bupropion zu einer Erhoehung der Plasmaspiegel von Desipramin. Dieser Effekt war bis zu mindestens 7 Tage nach der letzten Verabreichung nachweisbar. Die gleichzeitige Verabreichung von Zyban mit anderen ueber das Isoenzym CYP2D6 abgebauten Arzneistoffen ist bislang nicht systematisch untersucht worden. Bei gleichzeitiger Verabreichung empfiehlt es sich daher, die Therapie mit derartigen Medikamenten (wie bestimmten b-Blockern, Antiarrhythmika, SSRIs, trizyklischen Antidepressiva und Antipsychotika) im niedrigen Dosierungsbereich zu beginnen. Wird Zyban zu einer bereits bestehenden Medikation mit Arzneistoffen verabreicht, die ueber das Isoenzym CYP2D6 abgebaut werden, ist eine Dosisreduktion in Erwaegung zu ziehen. Dies gilt vor allem fuer Substanzen mit geringer therapeutischer Breite (vgl. «Pharmakokinetik»).

Da Bupropion groesstenteils metabolisiert wird, kann die gleichzeitige Verabreichung von Substanzen, welche den Metabolismus induzieren (wie z.B. Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin) oder den Metabolismus hemmen (wie z.B. Valproat), die klinische Wirksamkeit von Bupropion beeinflussen.

Einzelne klinische Befunde lassen eine Haeufung von unerwuenschten Wirkungen bei gleichzeitiger Verabreichung von Bupropion und Levodopa erkennen. Bei der Verabreichung von Zyban an Patienten unter gleichzeitiger Therapie mit Levodopa ist deshalb Vorsicht geboten.

Überdosierung

Über die Einnahme von Dosen, die das 10fache der therapeutischen Hoechstdosis ueberschritten, ist berichtet worden. Dabei traten zusaetzlich zu den unter unerwuenschten Wirkungen angefuehrten Beschwerden Benommenheit, Bewusstseinsverlust und in sehr seltenen Faellen Rhabdomyolyse auf.

Behandlung: Überdosierungen sind stationaer zu behandeln. Ist der Patient bei Bewusstsein, soll er zum Erbrechen gebracht werden und alle 6 h Aktivkohle erhalten. Bei Stupor und Konvulsionen empfiehlt sich vor der Magenspuelung eine Intubation. Diese Massnahmen sind in der Regel innerhalb von 12 h nach der Intoxikation von Nutzen.

Sonstige Hinweise

Auswirkungen auf die Fahrtauglichkeit und das Bedienen von Maschinen

Wie andere zentral wirksame Arzneistoffe auch kann Bupropion die Faehigkeit bestimmte Taetigkeiten, die Urteilsvermoegen, motorische und kognitive Faehigkeiten erfordern, beeintraechtigen. Daher ist beim Lenken von Fahrzeugen sowie beim Bedienen von Maschinen so lange Vorsicht geboten, bis der Patient sich vergewissert hat, dass seine Leistungsfaehigkeit durch die Medikation nicht beeintraechtigt ist.

Haltbarkeit/Aufbewahrung

Zyban ist unterhalb von 25 °C und ausser Reichweite von Kindern aufzubewahren.

Das Medikament darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.


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